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Hitzige Diskussionen und eiskalte Schulwege

Wochenend-Kolumne Hitzige Diskussionen und eiskalte Schulwege

Heißgeredet, beziehungsweise -geschrieben, haben sich in dieser Woche die Kommentatoren auf der Internetseite des Tageblattes: Darüber, ob die Durchsuchungen der Polizei in Wohngemeinschaften in der Roten Straße nun legal waren oder nicht. Ob Spürhunde tatsächlich nach fünf Tagen noch die Spuren vom Kreishaus aus in die Innenstadt finden können – oder nicht.

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Ilse Stein

Argumentationen von links bis rechts – natürlich stets anonym. Was ganz selten erwähnt wurde: Dieser Durchsuchung vorangegangen war ein Sprengstoffanschlag auf eine Teeküche im Bürohaus des Landkreises. Wobei ein Mitarbeiter verletzt worden ist. Was ebenfalls kaum bedacht wurde: Es hätte noch schlimmer ausgehen können. Mit diesem Attentat (vermutlich sollte er ein „Zeichen setzen“ gegen die „Ausländerfeindlichkeit des Kreises“ ) sind Menschen vorsätzlich in Gefahr gebracht worden. Nichts, aber auch gar nichts, legitimiert zu solchen Gewalttaten. Dass den Tageblatt-Redakteuren (anonym natürlich wieder) ebenfalls mit Gewalt gedroht wurde, passt in dieses unschöne Bild nur allzu gut hinein.

Während es also in der virtuellen Welt heiß herging, war es in der echten umso kälter. Schulfrei wegen Glatteis auf den Straßen – das hatten wir schon lange nicht mehr. Wobei sich die Verantwortlichen noch mal Gedanken machen sollten über ihre Meldekette in einem solchen Katastrophenfall. Nur dank des Anrufes des städtischen Pressesprechers spät am Dienstagabend ging die Meldung „Alle Schulen geschlossen“ noch beim Tageblatt ein und wurde gedruckt. Zeitgleich hatte ein Kollege die Nachricht zu Hause (aus Schulkreisen) erhalten – und als Eilmeldung auf unsere Internetseite eingetragen. Zum Thema Glätte ist da wohl etwas nicht so ganz glatt gelaufen.

Während die Schüler in Stadt und Kreis nun am Mittwoch jubelten, gab es in der Jugendarbeit der katholischen Kirche in diesen Tagen verdüsterte Gesichter. Dass ein Pater in Göttingen in den 80er Jahren tätig war (in der Jugendarbeit), der Jugendliche und Kinder missbraucht haben soll – und inzwischen abgetaucht ist, das hat all die erschüttert, die ihn kennenlernten oder mit ihm zusammengearbeitet haben. Nicht einmal die Tatsache, dass dieser Mann, durch einen Messerangriff verletzt, sich vehement wehrte, die Polizei rufen zu lassen, hat damals irgendjemanden stutzig werden lassen.

Da wechseln wir lieber schnell die Blickrichtung: ins katholische Eichsfeld, wo derzeit besonders intensiv Karneval gefeiert wird. Sogar mit einem Sohn des Vorzeige-Karnevalisten Kölner Prägung, Willy Millowitsch, der dort inzwischen das Schunkeln trainiert. Während in Göttingen, wie stets, die beiden örtlichen Jecken-Vereine ein eher stiefmütterliches Dasein fristen. Selbst die wenigen Iren in der Stadt werden demnächst im März zum St. Patricks Day mehr Leute zum Umzug durch die City bringen, als die Göttinger Freunde des formalisierten Frohsinns. Wie heißt der ständige Spruch in den Redaktionskonferenzen doch so passend: „In Göttingen ist eben immer alles anders.“ Weshalb der Kinderkarneval des Tageblattes denn auch auf der Eisbahn in Nörten-Hardenberg stattfindet – kommenden Freitag, 12. Februar, geht es dort um die schönsten Kinder-Kostüme. Viel Vergnügen und Helau.

Für die Redaktion hat der kommende Freitag eine andere Bedeutung: Der letzte Neujahrsempfang des Jahres 2010 ist angesagt, dachten zumindest die Groner. Denn Mitte der Woche kam angeblich nun wirklich die letzte Einladung für einen Neujahrsempfang: des Ortsrates Holtensen für den 26. Februar. Wenn dieser Wettbewerb der Ortsteile weitergeht, werden wir in 2011 den allerallerletzten Empfang vermutlich kurz vor Ostern erleben dürfen.

Ilse Stein

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