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Hitzige Windrad-Debatte in Stockhausen

„Dann haben wir hier Geisterorte“ Hitzige Windrad-Debatte in Stockhausen

Große Aufregung um Windkraft: Weil potenzielle Investoren offenbar bereits versuchen, mit Landwirten Vorverträge über Standorte für Windräder östlich und südöstlich des Dorfes zu machen und dabei auch um Wegerecht bei der Feldwegegenossenschaft angefragt haben, sorgen sich die Bürger, die Gemeinde Friedland wolle gerade hier ein Windkraft-Vorranggebiet ausweisen.

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Hitzige Windrad-Debatte in Stockhausen: „Dann haben wir hier Geisterorte“

Quelle: Kunze

Stockhausen. In einer Ortsratssitzung vor fünf Wochen hatte es darum massiv Vorwürfe von Bürgern gegen Ortsrat und Verwaltung gegeben. Jetzt stellte sich Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) den Fragen.

Er erläuterte den Werdegang der seit vier Jahren währenden Suche nach geeigneten Standorten. Eine sogenannte Weißflächenanalyse hatte anfangs 18 Flächen ausgewiesen, auf denen Windräder ohne Einschränkungen möglich seien. Inzwischen ist deren Zahl auf acht Flächen im Gemeindegebiet zusammengeschrumpft.

Diese werden teils noch geschnitten oder tangiert von militärischen Flug- oder Funkkorridoren. Die Überprüfung und Bewertung dauere noch an. Niemand könne heute seriös sagen, so Friedrichs, welche Flächen am Ende als möglich übrig bleiben. Es gebe aber auch keine Eile:

So lange die Gemeinde ernsthaft die Suche nach Vorranggebieten mit dem Ziel der Ausweisung im Flächennutzungsplan betreibe, könne sich kein Investor an anderer Stelle eine Baugenehmigung für ein Windrad einklagen. Vor 2017 werde der Rat nichts beschließen können. Bis dahin werde offen informiert und der Rat werde alle Argumente abwägen.

In der Diskussion mit den misstrauischen Bürgern ging es aber schließlich doch hoch her. Das gipfelte in der Behauptung, wenn die Windräder gebaut würden, „dann haben wir hier Geisterorte, dann wohnt hier niemand mehr“.

►Kommentar: Wie ich unter den Windrädern leide  

Was sind denn das für Argumente? „Warum wehren sich denn alle gegen Windräder? Das muss ja schlecht sein!“

Mit  diesem sich selbst begründenden Argument befeuern die, die Angst vor Windrädern in ihrer Nähe haben, ihren eigenen Unmut. In der Debatte im Ortsrat Stockhausen war dies übrigens das einzige Argument gegen diese Energieform. Alles andere war Klagen über angeblich verheerende Folgen.

Lassen Sie mich als einer, der seit zwölf Jahren so nahe wie niemand sonst im Landkreis Göttingen in unmittelbarer Nachbarschaft (unter 500 Meter) zu einem Windpark mit vier Windrädern lebt, von diesen Folgen berichten: Es gab in diesen zwölf Jahren noch keine Minute, die mich die Windräder gestört hätten.

Alle meine Nachbarn leben noch im Dorf, niemand ist wegen der drehenden Growiane durchgedreht. Keines meiner Haustiere hat irgendein Anzeichen eines Leidens unter Infraschall gezeigt. Die ferne Autobahn  und am Sonnabend das Kreischen der Sägen oder der Rasenmäher im Dorf stören eher.

Gerade in diesen Tagen freue ich mich täglich über kreisende Rotmilane über der Wiese nahe des Windparks und über die Falken, die nebenan im Baum nisten. Gewiss, eine Reihe Linden auf dem Bergrücken wäre lieblicher anzuschauen.

 Aber irgendwo muss ja unser Strom entstehen. Und wenn ich an die Alternative Atom oder Kohle denke, freue ich mich täglich darüber, dass der Wind mir rückstandslos meinen Stromverbrauch ermöglicht.

Jürgen Gückel

Jürgen Gückel

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