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Hochschwanger im Sechsbettzimmer

Flüchtlinge Hochschwanger im Sechsbettzimmer

Obwohl sie hochschwanger sind, leben zwei albanische Frauen weiterhin in der Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Göttinger Voigtschule in der Bürgerstraße. Dort sind die Bedingungen schwierig, Alternativen zur Unterbringung fehlen allerdings.

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Quelle: CH

Göttingen. Rabea Westphal unterstützt die beiden jungen Frauen aus Albanien ehrenamtlich. Sie findet es „unvorstellbar“, „die ersten zauberhaften Wochen mit dem ersten Baby unter diesen Bedingungen zu verbringen“. Die Frauen leben mit ihren Männern in der Voigtschule, selbstgezimmerte Sperrholzwände unterteilen ihr Sechsbettzimmer.

„Dass es keine Privatsphäre gibt, ist eine Katastrophe“, sagt Lulezime Muharim. Wie Nasife Selime hat sie nur noch wenige Wochen bis zur Geburt ihres Kindes. Weil es nur Duschcontainer im Hof gibt, weiß Selime nicht, wie sie sich und das Baby dann waschen soll. Wegen der hygienischen Bedingungen habe sie außerdem Angst vor Infektionen, fügt Muharim hinzu.

Nach Auskunft von Verwaltungssprecher Detlef Johannson arbeitet die Stadt daran, Schwangere seperat unterzubringen. Im Augenblick habe man aber keine geeigneten Wohnungen.

Nach der vergeblichen Suche nach Wohnungen in Göttingen habe sie am Ende sogar überlegt, ob sie eine der Frauen zeitweise bei sich zuhause aufnimmt, erzählt Westphal. Dann hätten die Frauen ihren Wohnheimplatz aber ganz verloren, weil die Stadt freie Plätze sofort mit neuen Flüchtling belegt, wie Johannson mitteilte.

Ihm zufolge ist nun die für die Voigtschule zuständige Koordinatorin der Bonveno gGmbH im Gespräch mit den beiden schwangeren Frauen. Eine denkbare Lösung sei es, den Ehepaaren kleinere Zimmer im bisher leeren, dritten Stock der Voigtschule zur Verfügung zu stellen. Dort seien allerdings die sanitären Einrichtungen noch nicht fertig.

Weil Westphal in einer Flüchtlingshilfe-Gruppe bei Facebook nach Hilfe gefragt hat, zeichnet sich ihr zufolge noch eine andere Lösung ab: Mithilfe eines Mitarbeiters des Landkreises habe sie eine Wohnung in Adelebsen gefunden, die in Frage käme. Ein Besichtigungstermin sei schon geplant. Weil die Stadt Göttingen für die beiden Albanerinnen zuständig ist, müsste sie einer solchen Lösung zustimmen.

Von Christoph Höland

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