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Hochwasserschutz in Niedernjesa: Anlieger skeptisch

„Dann läuft das Dorf von Norden voll“ Hochwasserschutz in Niedernjesa: Anlieger skeptisch

Im Bauausschuss Friedland ist ein neuer Plan für den Hochwasserschutz Niedernjesa vorgestellt worden. Er basiert auf Berechnungen für ein Hochwasser, das theoretisch nur alle 100 Jahre zu erwarten ist. Bei Betroffenen stößt der neue Plan auf Skepsis.

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Das Hochwasser von 1981 machte die Orstdurchfahrt Niedernjesa zur Wasserstraße.

Quelle: EF

Niedernjesa. Er bleibt hinter dem zurück, was vor zwei Jahren Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) vorstellte. Damals hatte die Gemeinde erste Pläne ausarbeiten lassen, und Wenzel hatte vor dem Hintergrund des Wegfalls des Schutzes durch den Wendebachstausee eine bevorzugte Förderung durch das Land zugesagt. Wenig später wurde klar, dass der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft., Küsten- und Naturschutz (NLWKN) aber maximal Pläne für ein hundertjähriges Hochwasser (HQ 100) fördert.

 
In den überarbeiteten Plänen fehlt jetzt ein Damm entlang der Klothgasse im Norden. Das kritisierten Anlieger und erinnerten an das Hochwasser 1981. Damals habe die Klothgasse vollständig unter Wasser gestanden. Kein Schutz entlang der Klothgasse, so ein Anlieger, „dann läuft das Dorf von Norden voll“. Zumal ja durch die geplanten Dämme und Mauern entlang der von Überschwemmung bedrohten Dorfgrenze große Flächen, auf denen sich bei Hochwasser bisher Wasser ausbreiten konnte, als Überschwemmungsfläche fehlten. Ein Ausgleich für die fehlenden Flächen muss erst noch gefunden werden. Hinzu komme, dass künftig der Wendebach-stausee als Puffer fehle. Gegen ein Hochwasser wie 1981, so die Sorge, schützten die jetzt vorgestellten Anlagen nicht.

 
Friedlands Bauamtsleiter Jürgen Schäfer beruhigte jedoch, dass es erst ein erster Entwurf sei, der mit allen betroffenen Anliegern noch abgestimmt werde. Schäfer zum Fortgang: 2013 seien die Überschwemmungsgebiete für ein HQ 100 festgelegt worden, 2014 war ein erster Förderantrag für Vorplanungen, 2015 die Entwurfsplanung bewilligt worden. Bisher seien 103 000 Euro, davon 82 000 Euro Förderung, ausgegeben worden. In diesen Tagen begännen die Untersuchungen zur Bodenbeschaffenheit, um standsichere Dämme und Mauern bauen zu können. Schäfer bat darum, den Zugang zu den Grundstücken zu ermöglichen. Er rechnet mit einem Planfeststellungsbeschluss noch 2016. Vorher könnten einige, eigentlich dringend notwendige Maßnahmen zum Hochwasserschutz nicht angefangen werden, weil sonst deren Förderung bedroht sei.

 
Breiten Raum nahm die Diskussion um den Zustand des Mühlengrabens ein, der voller Treibgut sei und Überschwemmungen begünstige. Ortsbürgermeister Jürgen Rozeck (SPD) fasste diese Diskussion so zusammen: „Der Hochwasserschutz in Niedernjesa wäre viel besser, wenn der Mühlenbetreiber seine Pflicht erfüllen würde.“

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