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Höchstspannungsleitung soll unter die Erde

Neue Stromleitung Höchstspannungsleitung soll unter die Erde

Die geplante 380kV-Höchstspannungsleitung soll unter die Erde. Das will Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) zumindest für den Leitungsabschnitt, der über Göttinger Stadtgebiet führt, erreichen. „Im Abschnitt der Trassenführung auf Göttinger Stadtgebiet wird die Erdverkabelung gefordert“, heißt es in einer Stellungnahme der Verwaltung zum Raumordnungsverfahren.

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Hintergrund der Diskussion ist der geplante, beschleunigte, bundesweite Ausbau des Stromnetzes. Die Bayreuther Transpower Stromübertragungs GmbH plant dafür bis 2015 den Bau einer Höchstspannungsleitung zwischen dem niedersächsischen Wahle bei Braunschweig bis ins hessische Mecklar (Tageblatt berichtete). Für die Überquerung des Göttinger Stadtgebietes hat Transpower Leitungsvarianten vorgelegt.

Zwei dieser Vorschläge lehnt die Stadt Göttingen ab. Für die Verwaltung kommt weder die Untervariante 12c (siehe Karte), die westlich der Autobahn zwischen Groß Ellershausen, östlich von Knutbühren und westlich von Esebeck verläuft, in Frage, noch die Untervariante 12a, die parallel zur Autobahn 7 verlaufen würde. Bevorzugt wird stattdessen die Untervariante 12b, die westlich an Lenglern vorbei auf städtisches Gebiet stößt.

Die Trassenführung der Untervariante 12c mache aus Sicht der Stadtverwaltung keinen Sinn, weil sie mit „erheblichen negativen Auswirkungen“ einhergehe. Mehrfach würden hier die Mindestabstände von 400 Metern zur Wohnbebauung und 200 Metern zu Einzelhäusern unterschritten. In der Stellungnahme heißt es dazu: „Aufgrund des hohen Konfliktpotenzials mit der schutzwürdigen menschlichen Nutzung fordert die Stadt daher, eine Erdverkabelung als Pilotprojekt vorzunehmen.“ Die eindeutige Darstellung von Abschnitten, in denen eine Erdverkabelung vorgesehen ist, vermisst die Stadt in den Planungsvorlagen. Meyer verlangt deshalb eine Ergänzung der Planunterlagen mit dem Ziel einer Erdverkabelung im Stadtgebiet und eine konkrete Darstellung der Übergabestationen sowie der mit einer Erdverkabelung verbunden Auswirkungen.

Zur Stützung seiner Forderung führt Meyer die „potenzielle Immissionsbelastung für Menschen, aber auch die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes“ an. Immerhin erreichten die Masten der neuen Freileitung die Höhe des 16-geschossigen Neuen Rathauses, so Meyer. Die geplanten Masten sind nach Betreiberangaben 55 Meter hoch, die Höhe des Rathauses gibt die Stadt mit 68 Metern an. Scharfe Kritik übt Meyer in seinem Entwurf für die städtische Stellungnahme an der Darstellung von Schutzansprüchen für Gewerbe- und Siedlungsflächen. Es könne überhaupt nicht akzeptiert werden, den Schutzanspruch im Interesse der Menschen aufgrund der Vorbelastung und wegen des Rückbaus der 220kV-Trasse abzuwerten.
Das Thema Höchstspannungsleitung und die Stellungnahme der Verwaltung ist in dieser Woche auch Thema in den Ortsräten Elliehausen/Esebeck und Groß Ellershausen/Hetjershausen/Knutbühren. Das Gremium in Elliehausen tagt am Dienstag, 10. August, um 20 Uhr in der Villa Rückhand, Diedershäuser Straße. Das in Groß Ellershausen am Donnerstag, 12. August, ebenfalls um 20 Uhr im Hotel Lindenhof, Dransfelder Straße 9. Die Ortsräte in Holtensen und Grone folgen am 17. und 26. August. Abschließend berät der Rat am 10. September.

Unterdessen hat der Göttinger FDP-Bundestagsabgeordnete Lutz Knopek Verständnis dafür geäußert, wenn in einigen Orten, wie etwa in Göttingen, über eine Erdverkabelung diskutiert wird. Über eine „flächendeckende Erdverkabelung“, wie sie nach Knopeks Angaben von der SPD in den Kreisen Peine, Hildesheim und Wolfenbüttel gefordert würde, kann der FDP-Politiker nur den Kopf schüttel. Die Kosten für eine über 200 Kilometer lange Erdtrasse würden sich „eins zu eins“ auf den Strompreis niederschlagen, warnt Knopek.

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