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Hoffnung geben in ehemaliger Plesse-Bäckerei

Vereinsgründung Hoffnung geben in ehemaliger Plesse-Bäckerei

Ein einzigartiges Projekt in Niedersachsen entsteht zurzeit in Eddigehausen. Zusammen mit dem Albert-Schweitzer-Familienwerk (ASF) wollen Bürger eine Verkaufsstelle in der ehemaligen Plesse-Bäckerei erhalten und dort seelisch kranken Menschen Raum für ihre Rehabilitation geben.

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Zurzeit geschlossen: In den Räumen der ehemaligen Plesse-Bäckerei sollen seelisch Kranke Raum für Rehabilitation finden.

Quelle: Heller

Eddigehausen. Am Dienstag haben 13 Menschen dazu den Verein RIN, was für Respekt, Inklusion und Nachbarschaftlichkeit steht, gegründet. Auch ältere Eddigehäuser können hier eine neue Lebensaufgabe finden.

Der letzte Laden im Dorf, die Plesse-Bäckerei, schloss Ende Juli. „Eddigehausen ist ein Ort, der nicht einfach hinnimmt, dass noch ein Laden schließt“, beschreibt der Berater für das Familienwerk, Hansgeorg Ließem, die Initialzündung für das bislang einmalige Projekt. „Wir wollen Menschen, denen man das Mark aus den Knochen gezogen hat, in eine Situation bringen, in der sie wieder Hoffnung haben“, sagt er. Auch ältere Menschen sollen mit Blick auf den demografischen Wandel in dem Konzept eine wichtige Rolle spielen.

Das hatten Ließem und Ortsbürgermeister Bernd Riethig (SPD) als zusätzliche Idee entwickelt. „Alte Menschen sind oft verflucht allein“, sagt Ließem. Nun sollen sie überlegen, was sie dazu beitragen könnten, um das Leben im Dorf angenehmer zu gestalten.

Damit das Ganze ein Eddigehäuser Projekt wird, wurde im Dorf der Verein RIN gegründet. Nur mit einem Verein ist es laut Ließem möglich, für die voraussichtlich schwierige Anfangszeit Projektmittel bei der Aktion Mensch zu beantragen. Unterstützung für dieses besondere Bürgerprojekt komme auch vom Sozialministerium in Hannover. Als Moderatorinnen vor Ort fungieren Karin Nahrmann-Vogel mit Sabine Hemme.

Know-How vom ASF

Vom ASF komme das Know-How, wie man seelisch Kranke mobilisiere, so Ließem. Das Familienwerk leiste solange Unterstützung, bis alles aus dem Dorf heraus erledigt werden könne. „Ich bin gespannt, wie viele ehemalige Steuerberater es hier gibt“, nannte Ließem ein Beispiel. Er glaubt, dass sicher viele Rentner ihre Fähigkeiten aus ihrem Berufsleben gerne zur Verfügung stellen würden.

Schon geplant sei der Umbau der Bäckerei mit einem zusätzlichen Gruppenraum und der Vergrößerung des Ladens. Für die Lieferung der Backwaren seien Bäcker Rees aus Ebergötzen oder das Backhaus im Gespräch. Zwar hatte Heiko Rees den Verkauf am Backwagen vor der früheren Plesse-Bäckerei in der vergangenen Woche überraschend eingestellt. Doch zu den ersatzweise eingeräumten Stopps auf den Verkaufstouren am Mittwoch und am Freitag will Rees dort ab 26. August den Sonntagsverkauf von 7.30 bis 10.30 Uhr anbieten.

Wer Lust hat, ältere Eddigehäuser nach ihren Wünschen und Ideen für das Dorf zu befragen, für den bietet das ASF ein Treffen an – am Montag, 3. September, um 14 Uhr im Projektraum des ASF-Hauses, Kurze Geismarstraße 16/18 (Hinterhaus) in Göttingen. Fragen beantwortet Ließem unter Telefon 01 71 / 5 27 09 91.

Wer Spaß am Verkaufen und am Service habe und seine Fähigkeiten ehrenamtlich einbringen möchte, sei beim ersten Treffen der Gruppe für den geplanten Backladen willkommen – am Montag, 3. September, um 11 Uhr ebenfalls im Projektraum des ASF-Hauses.

Weitere Infos erteilen die Moderatoren unter Telefon 0 55 94 / 94 30 89 oder 82 35.

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