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Holger Feist ist der erste Ballenhäuser Nippel

kuriose Bezeichnung für Prinzen Holger Feist ist der erste Ballenhäuser Nippel

Holger Feist ist der erste Ballenhäuser Nippel – also der Prinz des Karnevalsclubs Ballenhausen. Ein kurioser Name, der zwar auf eine Verwechslung zurückgeht – mittlerweile aber zum Markenzeichen der Ballenhäuser Jecken geworden ist.

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Premiere beim Karnevalsclub: Holger Feist ist der erste Ballenhäuser Nippel.

Quelle: Heller

Wenn man die Begriffe Nippel und Karneval bei der Internetsuchmaschine Google eingibt, findet man unter den ersten zehn Einträgen auch diese: Der Karneval-Megastore bietet „Pfefferminzbonbons in Form von Busen“ an; im Racheshop („Europas witzigster Onlineshop“) gibt es gar Schokoladen-Nippel. An dritter Stelle der Liste jedoch wird der Internetauftritt von Ballenhausen geführt – mit einem Hinweis auf den dort ansässigen Ballenhäuser Karnevalsclub (BKC) und seinen Prinzen: den Ballenhäuser Nippel. Der bitte was?

Holger Feist, seines Zeichens der erste Nippel (also Prinz) des BKC, und Frank Nolte, erster Vorsitzender, müssen bei dieser Frage spontan schmunzeln. Denn als sie vor drei Jahren anlässlich der Club-Gründung nach einem stilechten Narrenstab suchten, verwechselten sie die Wörter Nubbel und Nippel. Nubbel, so werden zum Beispiel im Kölner Karneval Strohpuppen genannt, die in der Nacht zu Aschermittwoch als Schuldige für alle Sünden im Karneval und überhaupt verbrannt werden. Tausende Jecken geben den Strohpuppen das letzte Geleit und tanzen um die Scheiterhaufen. Und was machten die Ballenhäuser Narren? „Wir haben nach einem Nippel gesucht, aber den gab es natürlich nicht“, erinnert sich Nolte. Der Fehler fiel natürlich irgendwann auf, aber da war es zu spät. Irgendwie hatten sich die Jecken schon zu sehr mit ihrem Fauxpas angefreundet. „Ist doch egal, jetzt haben wir halt den Nippel“, sei die Devise gewesen, sagt Nolte.

Komisch angesprochen würden sie auf den eigenwilligen Namen ohnehin nicht, erzählen die beiden. Ganz im Gegenteil: Beim niedersächsischen Narrenkongress in Dassel hätten sie den Nippel, also Holger I., jüngst erstmals präsentiert und dafür sehr guten Zuspruch erhalten. „Ihr macht wenigstens mal was anderes“, habe es geheißen.

Dass das tatsächlich so ist, darauf legen sie in Ballenhausen ohnehin großen Wert. Schließlich lautet ihr Motto „auch ohne Kappen muss es klappen“ und steht laut Philosophie des BKC „nicht für den klassischen Karneval mit Kappen auf dem Kopf, Alkohol im Glas und schlechten Pointen“. Vielmehr wolle man mit neuen Ideen „das ganze Jahr über Frohsinn verbreiten“.
Der Jünger des Frohsinns ist in dieser Session nun also Nippel Holger I., der sein Amt trotz des Frohsinns durchaus ernst nimmt. „Es ist doch eine Ehre, wenn man als Repräsentant ausgewählt wird. Und die Rolle macht mir wirklich Spaß“, sagt der 38-jährige Groß Schneer. Und weil schon sein Name anders ist, schaut auch sein Kostüm etwas anders aus als das der anderen Prinzen – irgendwie bunter und närrischer.

Neben dem echten Nippel, also dem Prinzen, schwören die Ballenhäuser übrigens weiterhin auf ihren Narrenstab, der ja ebenfalls Nippel heißt. Und so übergeben sie als Gastgeschenke keine Orden, wie andernorts üblich, sondern ihren Nippel. Abgelehnt hat ihn noch niemand.

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Wettbewerb
„Unser Dorf hat Zukunft“: Gewinner und Jurymitglieder.

Nippel nennen sie ihren Prinzen. Im Gasthaus Zum scharfen Eck feiern sie die fünfte Jahreszeit. Für ihr jeckes Treiben sind sie über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt: Die Leute vom Ballenhäuser Karnevals-Club (BKC). Mittwoch ist der Verein beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft" mit dem ersten Platz ausgezeichnet worden.

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Von Redakteur Andreas Fuhrmann

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