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Homosexuelles Paar fühlt sich in Hann. Münden sehr wohl

„Die Menschen behandeln uns respektvoll“ Homosexuelles Paar fühlt sich in Hann. Münden sehr wohl

Vor drei Jahren haben Lore Puntigam (66) und Bettina Kallausch (57) geheiratet. Im Rathaus haben sich die Theologin und die studierte Musikerin das Ja-Wort gegeben – sind aber keine Ehe eingegangen. Sondern eine sogenannte eingetragene Lebenspartnerschaft.

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Haben bereits eine eingetragene Lebenspartnerschaft: Bettina Kallausch (links) und Lore Puntigram aus Hann. Münden.

Quelle: Hinzmann

Hann Münden. Die Eheschließung ist homosexuellen Paaren nämlich nach wie vor verwehrt, genau wie die Adoption von Kindern. Am Freitag hat der Bundesrat auf Antrag des Landes Niedersachsen den Bundestag nun dazu aufgefordert, „die weiterhin bestehende Benachteiligung gleichgeschlechtlicher Paare“ aufzuheben. Eine richtige Entscheidung, wie die zwei Frauen finden: „Es gibt keinen Grund, unsere Verbindung anders zu behandeln als die zwischen Mann und Frau.“

Eins stellt das Paar eindeutig klar: „Hier in Hann. Münden erfahren wir keine Diskriminierung.“ Im Gegenteil: „Die Menschen behandeln uns sehr wohlwollend und respektvoll.“ Nur hin und wieder komme es vor, dass Kinder ihnen etwas hinterherriefen, zum Beispiel „ihr Lesben“. Das mache sie nicht wütend, sagen die beiden Frauen, nur traurig, weil es zeige, dass es nach wie vor Elternhäuser gebe, in denen Homosexualität abgelehnt werde.

Wenn der Gesetzgeber Homosexuellen nicht mehr nur die Lebenspartnerschaft, sondern die Ehe ermöglicht, würden sie nicht noch mal vor den Traualtar treten, betonen sie, sie hätten ja bereits geheiratet. Aber solch ein Gesetz hätte symbolische Bedeutung, weil es homosexuelle Verbindungen der Verbindung von Mann und Frau endgültig gleich stelle und damit Diskriminierung beseitige. Auch eine Adoption komme für sie nicht in Frage, für viele andere homosexuelle Paar jedoch schon. Und das sei gut so.

Es sei Unsinn, dass die sexuelle Ausrichtung eines Kindes durch die seiner Eltern geprägt werde, mit anderen Worten: „Nur, weil ein Kind bei Homosexuellen aufwächst, wird es nicht selber homosexuell“, sagt Kallausch. Ein anderer Mythos sei, dass in einer Beziehung zwischen zwei Frauen eine von beiden immer den männlichen, also den bestimmenden Part, übernähme, so Puntigam: „Keine von uns ist ein Mann, wir sind beide Frauen.“

Sie wollten eigentlich nur ein ganz normales Leben führen, betont Puntigam: „Ich laufe doch nicht permanent mit dem regenbogenfarbenen Regenschirm rum.“ Ihre Hoffnung: „Dass die Gesellschaft sich dahingehend entwickelt, dass Homosexualität kein Thema mehr ist, dass sie als etwas völlig Normales angesehen wird.“

Von Hauke Rudolph

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