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Hornissen blockieren Baustelle in Bovenden

Mauersanierung verschoben Hornissen blockieren Baustelle in Bovenden

Ein gesetzlich geschütztes Insektenvolk hat eine Baustelle des Staatlichen Baumanagements auf der Burg Plesse vorübergehend lahmgelegt. Hornissen siedeln in einer Mauer, deren Sanierung bis zum großen Jubiläumsfest im September erledigt werden sollte. Jetzt werden die Arbeiten in den Herbst verschoben.

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Thomas Moritz, Michael Corsmann und Wisam Alsalami  (v.l.) besichtigen die Mauer.

Quelle: kk/CH

Eddigehausen. Die Mauer im Aufgang zum Hof der Burgruine Plesse weist deutliche Ausbuchtungen auf. „Die Fugenmasse wird ausgeschwemmt, dementsprechend ist die Bausubstanz angegriffen“, sagt Wisam Alsalami vom Staatlichen Baumanagement Südniedersachsen. Kurz vor dem Start der Bauarbeiten sei das Hornissennest entdeckt worden. In Absprache mit dem Landkreis Göttingen als untere Naturschutzbehörde beschlossen die Planer, die Maßnahme zu verschieben. „Wir müssen keine Lebensräume zerstören“, sagt Alsalami.

 
Die nach Bundesartenschutzverordnung und Bundesnaturschutzgesetz geschützten Hornissen in dem Mauerwerk sind höchst aktiv. Auch während Alsalamis Ortstermin mit Thomas Moritz von den Freunden der Burg Plesse und dem Regionalbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege für den Bereich Bovenden, Michael Corsmann, steuern unzählige gelb-braun-gestreifte Brummer ein kleines Loch im Mauerwerk an.

 
„Es gibt wieder mehr Hornissen als noch vor 30 Jahren“, hat Corsmann festgestellt. Der Eddigehäuser erklärt das unter anderem mit einem steigenden Anteil an alten Bäumen und Totholz in den Wäldern, „und vielleicht hat auch eine bessere Aufklärung der Bevölkerung dazu beigetragen“. Denn die Hornisse, sagt der Naturschutzbeauftragte, sei weder aggressiv noch gefährlich: „Der alte Spruch, dass acht Hornissenstiche etwa ein Pferd töten können, ist Quatsch.“ Lebensgefahr bestehe allerdings für Allergiker, „da reicht aber auch ein Wespenstich“.  Die Mauer soll erst nach dem Jubiläumsfest vom 15. bis 20. September saniert werden, wenn die Hornissen ihr Nest verlassen haben. „Wir werden kontrollieren, ob noch was fliegt“, verspricht Corsmann. Etliche Steine des Mauerwerks müssen ausgetauscht, einige zerstörte Bereiche neu verfugt werden. Bis zu 20 000 Euro, berichtet Alsalami, seien für die Maßnahme bereitgestellt.

 

Insekten-Umzug nur im Notfall
Die Hornisse (Vespa crabo) ist laut Naturschutzbund (Nabu) Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung und dem Bundesnaturschutzgesetz besonders streng geschützt. Die Insekten dürfen nicht gefangen oder getötet werden. Eine Umsiedlung werde „nur in Notfällen“ von den unteren Naturschutzbehörden genehmigt, sagt Rüdiger Zinke vom Nabu Göttingen. Gründe dafür seien: eine Allergie, Nester an gefährlichen Stellen, in Eingangsbereichen oder im Lebensumfeld von unter dreijährigen Kindern. Infos erteilt Zinke, der einen Umzugsservice für Hornissen oder andere geschützte Arten anbietet, unter Telefon 05 51 / 6 86 37.
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