Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Hotelkomplex Groner Landstraße: Politiker kritisieren Verfahren

Flächenverkauf zugestimmt Hotelkomplex Groner Landstraße: Politiker kritisieren Verfahren

Einstimmig hat der Bauausschuss des Rates der Stadt Göttingen am Donnerstag, 9. Oktober, dem Verkauf des Grundstücks für einen Hotel- und Sparkassenneubau an der Groner Landstraße zugestimmt. Das 7400 Quadratmeter große Gelände soll an die Göttinger EBR Projektentwicklung GmbH veräußert werden.

Voriger Artikel
Na, Maisernte?
Nächster Artikel
Gemeinde Friedland will Geschwistertarif ändern

Zustimmung für Verkauf: Auf der brachliegenden Fläche Groner Landstraße/Berliner Straße soll der Hotelkomplex gebaut werden.

Quelle: Meder

Göttingen. Das Bauvorhaben, so sieht es die Beschlussvorlage der Verwaltung vor, soll nach einem für ein Projekt dieser Größenordnung selten angewendeten Verfahren, nämlich nach Paragraf 34 des Baugesetzbuches, realisiert werden. Das heißt, es wird auf ein reguläres Bebauungsplan-Verfahren mit öffentlicher Beteiligung verzichtet.

Paragraf 34 regelt, dass ein Bauvorhaben dann zulässig ist, wenn sich der Neubau „in die Art der näheren Umgebung einfügt“. Als Grund für das außergewöhnliche Verfahren nennt die Verwaltung Zeitdruck. „Die Baugenehmigung sollte bis 31. März erteilt sein“, hatte Landrat und Sparkassen-Verwaltungsratsvorsitzender Bernhard Reuter (SPD) im Vorfeld gesagt.

Das habe unter anderem mit den Mietverträgen der bisherigen  Sparkassenstandorte zu tun.

Gestaltung der Außenflächen

Der neue Eigentümer verpflichtet sich im weiteren Vorgehen aber, einen Wettbewerb für die Gestaltung der Außenflächen rund um den Hotelkomplex durchzuführen und die Ergebnisse auch umzusetzen. Erst dann wird die Baugenehmigung erteilt.

Die Ratspolitiker sprachen sich alle für das gemeinsame 50-Millionen-Euro-Projekt von Sparkasse, Gräflichem Landsitz Hardenberg und Universität aus, kritisierten aber dieses Verfahren. „Wir stimmen der Vorlage zu, haben aber Bauchschmerzen mit dem Ablauf“, sagte Ausschussvorsitzender Christian Henze (SPD). „Diese Drucksituation werden wir nicht noch einmal mitmachen.“

Die Ergebnisse des Umfeld-Wettbewerbs sollten auf jeden Fall öffentlich präsentiert und diskutiert werden.

Hans Otto Arnold (CDU) hinterfragte auch die Kosten, die auf die Stadt Göttingen zukommen. Zwar werden laut dem Gutachtervertrag die rund 100 000 Euro Planungskosten für das Umfeld zu je einem Drittel vom Investor, der Stadt und der Uni übernommen. Die Realisierungskosten aber müsse anschließend die Stadt tragen.

Verkehrsverhältnisse an der Kreuzung

Arnold: „Ich rechne mit Kosten in Höhe von etwa 750 000 Euro, und die wird die Stadt alleine tragen müssen“, sagte er – und niemand widersprach. In die Umfeldplanungen müssen auch die komplexen Verkehrsverhältnisse an der Kreuzung Groner Landstraße/Berliner Straße berücksichtigt werden.

Der Fahrradschnellweg, der Busbahnhof, die Anbindung an die für das Hotel geplante Tiefgarage, Abbiegespuren, die Flächen zwischen den Gebäuden: Das alles muss dort berücksichtigt werden.

SPD-Stadtverbandschef Christoph Lehmann meldete sich als Gast zu Wort und sagte: „Mit einem Paragraf-34-Verfahren kann man diese Probleme nicht lösen.“ Ein Bebauungsplan wäre nötig, sei aber „Schnee von gestern“. In dem jetzigen Verfahren seien keinerlei Aussagen über die Kosten für die Kommune enthalten. Lehmann: „Das ist ein risikoreicher Weg.“

Stadtbaurat Thomas Dienberg erklärte, dass es ein Verkehrsgutachten für den Bereich gebe. Wenn die Planung stehe, könne man auch die Kosten benennen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Grundstück für „bewährte Partner“
Architektenvorstellung aus Hannover: So soll das neue Sparkassenverwaltungs- und Hotelgebäude am Groner Tor aussehen.

Knapp 45 Millionen Euro will die Göttinger EBR-Projektentwicklungs GmbH am Groner Tor auf dem Gelände des ehemaligen tierärztlichen Institutes investieren. Hier sollen ein neues Verwaltungsgebäude für die Göttinger Sparkasse und ein Hotel des Gräfliche Landsitz Hardenberg entstehen.

mehr
Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016