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Hundebesitzer sollen Kot beseitigen

Verordnung und Bußgeld Hundebesitzer sollen Kot beseitigen

Eigentlich ist es selbstverständlich – denken viele. Jetzt soll es amtlich und für Mogler gar teuer werden: Wer in Göttingen seinen Hund auf öffentlichen Wegen ein großes Geschäft machen lässt, wird „verpflichtet“, den Hundekot „ohne Aufforderung“ zu entfernen. Wer das missachtet oder dem Gebot vorsätzlich zuwider handelt, kann mit Geldbuße bis zu 5000 Euro bestraft werden.

Diesen zusätzlichen Passus will die Stadt in ihre Verordnung zur Straßenreinigung aufnehmen. Genauer gesagt: Sie will den allgemeiner gefasste Paragrafen 5 zu Verunreinigungen öffentlicher Straßen und Gehwege ergänzen und die hundsmäßige Angelegenheit in einem zweiten Absatz auf den Punkt bringen.

Hintergrund ist laut Verwaltung die andauernde „Hundekotproblematik auf öffentlichen Flächen“. Immer wieder gebe es Beschwerden über Kot auf Wegen, an Wegrändern, auf Spielplätzen und in Parks. Versuche, das Problem mit Gassi-Säckchen aus Spender-Boxen in Parks zu beseitigen, seien gescheitert. Die Kästen seien zerstört oder die Plastiktüten in der Gegend verstreut worden.

Jetzt gibt es die Säckchen nur noch in den Verwaltungsstellen und am Recyclinghof mit „sehr geringer“ Nachfrage. Parallel zur deutlicheren Verordnung aber solle ein neues Infoblatt erstellt werden. Und der Ordnungsdienst werde künftig verstärkt kontrollieren. Damit reagiert die Verwaltung auch auf einen Antrag der CDU-Ratsfraktion, die sich erneut für Säckchen-Spender stark gemacht hatte.

Kommentar

Das ist doch hundsgemein. Erst zieht die Stadt ihre Kontrollschraube an und spürt verstärkt säumigen Hundesteuerzahlern nach. Dann kündigt sie höhere Hundesteuersätze an. Und jetzt gibt es auch noch Knöllchen fürs Häufchen. Dabei zahlen Herrchen und Frauchen doch brav Steuern für die Straßenreinigung. Denkste, weit gefehlt und zurückgepfiffen: Die Hundesteuer ist eine Lenkungssteuer, um eine übergroße Hundepopulation zu vermeiden. Und da ist es konsequent, sie auch einzutreiben.

Und natürlich ist der Hundehaufen auf dem Fußweg nichts anderes als der Ölkanister im Wald oder die achtlos weggeworfene Fastfood-Tüte an der Ampel. Schade nur, dass das eben nicht bei allen Hundefreunden selbstverständlich ist und wir eine Extraverordnung brauchen. Ob sich damit etwas ändert, hängt aber wohl allein vom Ordnungsdienst ab.

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