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„Hundert Augenblicke“ im Göttinger Mittelalter erleben

Sonderausstellung im Städtischen Museum „Hundert Augenblicke“ im Göttinger Mittelalter erleben

„Hundert Augenblicke auf Göttingen im Mittelalter“ heißt eine von Astrid Vettel konzipierte neue Sonderausstellung im Städtischen Museum am Ritterplan, die dort am Sonntag, 23. Januar, eröffnet wird.

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Niemals ohne Kopfbedeckung: Astrid Vettel demonstriert mittelalterliche Wickeltechnik.

Quelle: Hinzmann

Im Jahr 953 taucht der Ort namens Gutingi laut Stadtchronik erstmals in der Geschichte auf. Um 1230 erlangt die Siedlung Stadtrechte – ihr Wachstum beginnt. 1368 kommt für Göttingen unter Herzog Otto III. von Braunschweig-Lüneburg die Zeit der Ritterturniere. Gefochten wird im Bereich des heutigen Waageplatzes. 1475 wirbt die in der Konkurrenz-Krise steckende Göttinger Tuchwirtschaft Fachkräfte aus den Niederlanden und Westfalen an – maßgebliche Akteure der um 1530 einsetzenden Reformation, die das Ende des Mittelalters kennzeichnet.

Ausgewählte Gegenstände stehen für Stationen der Stadtgeschichte. Als allererstes Exponat etwa ein Kumpf – ein rundes henkelloses Behältnis – aus Gutingi. Gleich daneben zwei Prägestempel der Wollenweber, aus der Zeit, als sich diese ausländische Verstärkung heranholten. Im ersten Raum der Ausstellung gehe es im Schnelldurchlauf durch die Jahrhunderte, erklärt Vettel. Die Exponate stünden einzeln und für sich, „wie kleine Kunstwerke“.

In den folgenden Räumen werden Themen dargestellt. Kirchen und Klöster stehen im Mittelpunkt des zweiten Ausstellungsteils. Gezeigt und erläutert werden etwa ein Schlussstein aus dem Deckengewölbe der Franziskanerkirche, ein Missale (Messbuch) von St. Johannis und alte Buchdeckel, die bei Ausgrabungen am ehemaligen Barfüßerkloster gefunden wurden. Im folgenden Raum stehen die Göttinger Gilden im Mittelpunkt, repräsentiert durch die Klappwaage des Kaufmanns, das Aquamanile der Zinngießer oder von Knochenschnitzern gefertigte Kämme. Ein weiteres Zimmer widmet sich dem Thema Haushalt und Ernährung. Bestückt wurden die Vitrinen vor allem mit archäologischen Funden aus der Innenstadt: regionale Keramik und Importe aus dem Rheinland, Gläser und Getreidemühlen.

In den Themenbereichen können die Besucher an Aktivstationen selbst in die Welt des Mittelalters eintauchen: Ellen (Längenmaße) vergleichen, auf Wachstafeln schreiben, eine mittelalterliche Rechenmaschine ausprobieren, Getreide mahlen. Ein kleines Zimmer wurde von Ulrike Fehlau mit Kleidungsstücken ausgestattet, deren Schnitt sie von mittelalterlichen Gemälden kopierte und nachschneiderte. Hier können sich Erwachsene wie Kinder in Mittelalter-Bürger verwandeln – mit Cotte, Surcot, Mantel und verschiedenen Kopfbedeckungen. Mittelalterliche Freizeitbeschäftigung wird im letzten Raum der Ausstellung angeboten: „Alquerque“, ein Vorläufer des Spiels „Mühle“, „Wurfzabel“, das dem „Backgammon“ ähnelt oder das Würfeln. Bei letzterem sollten Besucher auf hohe Einsätze verzichten. Vettel erklärt, warum: „Dadurch wurden im Mittelalter viele Menschen in den Ruin getrieben“.

Die Ausstellung „Hundert Augenblicke auf Göttingen im Mittelalter“ wird morgen, Sonntag, um 11.30 Uhr eröffnet. Sie ist bis zum 21. August im Städtischen Museum, Ritterplan 7-8, zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis freitag von 10 bis 17, an beiden Tagen des Wochenendes von 11 bis 17 Uhr. Wegen der Sanierungsarbeiten im Museum ist die Dauerausstellung derzeit mit Ausnahme der Kirchenkunst gesperrt.

  Programm zur Ausstellung
  Parallel zur Ausstellung „Hundert Augenblicke auf Göttingen im Mittelalter“ hat Astrid Vettel ein museumspädagogisches Begleitprogramm erarbeitet. Angebote gibt es sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. An Kindergärten und Grundschulen richten sich „Die kleine Spinne fährt in die Stadt“ und „Wirf einen Blick ins Mittelalter“.
Ulrike Fehlau bietet unter dem Titel „Hundert Schritte Mittelalter“ Kostümführungen an, die erste dieser Veranstaltungen beginnt am Sonntag, 6. Februar, um 11 Uhr. Familienführungen sind vorgesehen, so etwa am Sonnabend, 12. Februar, um 15 Uhr. Gruppenführungen können unter Telefon 05 51 / 4 00 28 43 vereinbart werden.
Auch Vorträge und Workshops zu verschiedenen Aspekten des Mittelalters wurden ins Begleitprogramm aufgenommen. Während der Oster- und Sommerferien finden Aktionen für Kinder statt. Das vollständige Programm kann auf einem Flyer nachgelesen werden, der im Museum, Ritterplan 7-8, ausliegt. Informationen gibt es unter www.museum.goettingen.de auch über das Internet.
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