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Hunderte Gigabytes Kinderpornos

Hunderte Gigabytes Kinderpornos

Gestern klickten die Handschellen. Der 30-Jährige aus der Innenstadt ging in Haft. Zwei Haftbefehle lagen gegen ihn vor. Bis zum Prozess vor dem Amtsgericht wird er hinter Gittern bleiben.Das könnte auch danach noch „drei Monate bis fünf Jahre“ so bleiben.

Göttingen. Soviel sieht Paragraf 184b des Strafgesetzbuches als Strafe vor. Denn der junge Mann verbreitete laut Anklage im großen Stil Kinderpornos.
Es geht um „unvorstellbare Mengen Dreck“, so einer der Prozessbeteiligten. Mehrere hundert Gigabyte Daten mit hunderttausenden Fotos und Filmen vom Missbrauch Jugendlicher und Kinder soll der Göttinger gehortet haben.

Einer Gruppe von Sonderermittlern des Bundeskriminalamtes (BKA) war seine Internet-Identifikationsnummer aufgefallen, als sie gegen einen internationalen Kinderporno-Ring ermittelte. Das BKA gab den Fall an das Landeskriminalamt Hannover ab, wo festgestellt wurde, dass der Mann sich an Internet-Chats von Pädophilen und einer Kinderporno-Tauschbörse beteiligte. Dort wurde verabredet, Bild- und Filmmaterial zu tauschen. Ob Bargeld floss, ist noch nicht klar. Mit den von ihm angebotenen Dateien erwarb der Göttinger aber das Recht, per Passwort auf weitere Porno-Fotos in einem externen Datenspeicher zuzugreifen.

Andere Pädophile wiederum durften nun seine Bilder sehen – ein klarer Fall von Verbreitung kinderpornografischer Schriften. Die Staatsanwaltschaft Hannover jedenfalls, Zentralstelle für derartige Delikte, erhob Anklage, wenn auch nur für 10 800 ihm zuzurechnende Bilder. Am Donnerstag vor fünf Wochen sollte im Amtsgericht verhandelt werden. Doch der Angeklagte erschien nicht. Das Gericht erließ Haftbefehl zur Sicherung des Verfahrens.

Weil der 30-Jährige zudem vorbestraft ist und noch unter Bewährung steht, mit seinem Bewährungshelfer aber seit Monaten keinen Kontakt mehr hatte, so dass die Bewährungszeit schon verlängert werden musste, wurde deshalb ein weiterer Haftbefehl erstellt. Die Bewährung wird nun wohl widerrufen, und eine neue Strafe dürfte hinzukommen.

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