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Hunderte Menschen demonstrieren in Göttingen für bezahlbare Wohnungen

"Wohnraum für alle!" Hunderte Menschen demonstrieren in Göttingen für bezahlbare Wohnungen

Mehrere Hundert Menschen haben am Sonnabend in Göttingen nach Polizei- und Veranstalterangaben gegen hohe Mieten demonstriert und mehr bezahlbaren Wohnraum gefordert. "Es gibt in der Stadt nicht zu wenig Wohnungen, es gibt zu wenig bezahlbare Wohnungen", sagte eine Sprecherin der studentischen "Wohnraum-Initiative", einer der Veranstalter der Demo.

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Vom Wilhelmsplatz aus setzt sich der Demonstrationszug in Bewegung.

Quelle: afu

Göttingen. Nicht nur Studierende, sondern auch Hartz-IV-Empfänger, Geringverdienende und Flüchtlinge seien von der Wohnungsnot betroffen, hieß es bei einem der Redebeiträge der Demo, die unter dem Motto "Wohnraum für alle! Für das Recht auf Stadt und bezahlbaren Wohnraum!" stand. Während sich die Göttinger Universität über die hohe Zahl der neuen Studierenden freue, hätten Hunderte von ihnen zum Semesterbeginn immer noch keine Wohnung.

Weil in Niedersachsen die Studiengebühren weggefallen sind, haben sich in den Hochschulen des Landes mehr Erstsemester eingeschrieben als je zuvor. Die Kommunen müssten außerdem immer mehr Flüchtlinge unterbringen, hieß es weiter. Die Göttinger Miet- und Immobilienpreise seien die höchsten in ganz Niedersachsen.

Ein Redner forderte die Universität auf, nicht genutzte Gebäude als Wohnraum zur Verfügung zu stellen, zum Beispiel das in der Geiststraße 10. Und an die Stadt gerichtet hieß es, sie könne das ehemalige Institut für den Wissenschaftlichen Film und das alte Stadtgefängnis als Wohnraum anbieten. Kurzum: "Wir fordern Zugang zu allen ungenutzten Häusern der Stadt."

Wohnraum sei ein wichtiges Thema, sagte eine Teilnehmerin der Demo. Darauf wolle sie hinweisen und mit der Demo die nötige Öffentlichkeit schaffen. Nicht nur die Erstsemester benötigten bezahlbaren Wohnraum, "sondern auch viele andere Bevölkerungsschichten".

Lea nahm ebenfalls an der Demo teil. Sie habe ihr Studium zum Wintersemester aufgenommen und zum Glück in einem Wohnheim des Studentenwerks einen Platz gefunden. "Ich habe Glück gehabt, das ist ziemlich günstig."

Doch sie kenne auch viele Erstsemester, die notgedrungen ein Zimmer für 300 Euro und mehr hätten nehmen müssen, "das sie eigentlich gar nicht ansprechend finden", sagte Lea. Andere seien hingegen erst einmal bei anderen Studenten auf der Couch untergekommen. "Aber das ist auf Dauer natürlich kein Zustand."

Die Demonstration hatte um 14 Uhr auf dem Wilhelmsplatz begonnen. Von dort aus führte der Demo-Zug mit einigen Unterbrechungen für Redebeiträge über den Markt, Rote Straße, Albaniplatz, Bühlstraße, Humboldtallee und Kreuzbergring zum Campus. Gegen 16.15 Uhr wurde die Demonstration beendet.

Es sei friedlich geblieben, sagte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. Die Demo sei, "vom Abfeuern pyrotechnischer Gegenstände aus einem Wohnkomplex in der Roten Straße und einem Haus in der Humboldtallee abgesehen", ohne nennenswerte Zwischenfälle verlaufen. Sie gehe von rund 300 Teilnehmern aus, sagte Kaatz. Die Veranstalter sprachen von rund 400 Teilnehmern. Laut Kaatz sei die Polizei mit mehr als 100 Beamten im Einsatz gewesen.

mit epd

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