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Hunderte feiern 1000-jähriges Bestehen der Stadt Hardegsen

Stadtgeschichte an drei Tagen Hunderte feiern 1000-jähriges Bestehen der Stadt Hardegsen

Hunderte Göttinger Bürger haben am Freitagabend und am Sonnabend das 1000-jährige Bestehen der Stadt gefeiert. Am Sonntag geht das Fest weiter.

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Quelle: Hinzmann

Hardegsen. Im Mittelpunkt vieler Programmpunkte: natürlich die Stadtgeschichte. So stieß die Ausstellung „Mode im Wandel der Jahrhunderte“ im Burgstall auf großes Interesse. Gezeigt wurde Kleidung aus zehn Jahrhunderten – vorwiegend Bekleidung der bessergestellten Schichten.

Sammler Dietrich Schmidt präsentierte – ebenfalls im Burgstall – die Postgeschichte der Stadt. In zahlreichen Vitrinen hat Schmidt Briefe aus fünf Jahrhunderten untergebracht. Der Älteste datiert von 1686. Die Hardegser Münz- und Briefmarkenfreunde stellten zum ersten Mal ihre Sonderausgabe der „Hardegser Briefmarke“ vor.

Im Burghof ließen sich die Gäste unterdessen bei Kaffee, Kuchen, Bier und Bratwurst gern von Live-Musik unterhalten. Weiterhin im Programm: Planwagenfahrten, Stadtrundgänge, Führungen durch die Burg und andere historische Gebäude, Stadtrallyes für Kinder und vieles mehr. In der Schulsporthalle begann um 19 Uhr der große Festball mit der Showband „Nightline“.

Der Sonntag ist Familientag. Nach der Festeröffung um 10.45 Uhr beginnt ein ökumenischer Freiluft-Gottesdienst im Kurpark. Es folgen Frühschoppen und Bühnenprogramm, an diesem Tag mit vielen Angeboten für Kinder und Jugendliche. Eine Aufführung vom „Schuh des Manitou“ mit 18 Pferden und 35 Reitern ist auf dem Burgreitplatz zu sehen.

Die Bartshäuser, die an die frühere Dorfstelle bei Hardegsen erinnern, treten gegen 17.15 Uhr auf. Mit einem Lichterfest im Kurpark mit Fackelschein und Fanfarenklängen wie in alten Zeiten klingt die 1000 -Jahr-Feier aus.

Von Matthias Heinzel

Verzaubernder Klangteppich

Schon der Beginn der Feier zum 1000-jährigen Bestehen Hardegsens brachte mit dem Festakt in der Burg Hardeg am Freitagabend ihren Höhepunkt. Bürgermeister Michael Kaiser (parteilos) nahm nach seiner Begrüßung die Gäste mit auf eine Zeitreise.

Zwar sei der Ort “Hiridechessun” erstmals 1015 urkundlich erwähnt worden, erklärte Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD), archäologische Funde aus der Eisenzeit wiesen jedoch auf eine deutlich frühere Besiedelung hin. Und obwohl Hardegsen schon seit dem 17. Jahrhundert "Eselstadt" genannt wird, sei sie sich sicher: "Die Hardegser sind keine Esel." Esel seien intelligent, und die Eigenschaft zum selbstständigen Denken lasse ihn stur erscheinen. "Esel zu sein, ist also richtig gut", so Heiligenstadts Fazit.

Mit den Worten "Es ist eine festliche Stimmung, ich gieße nun behutsam Essig in den Wein", eröffnete Marco Trips, Präsident des Für den Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund wies dessen Präsident Marco Trips auf eine aktuelle Aufgabe hin: Die vielen Flüchtlinge müssten möglichst schnell in die Gesellschaft integriert werden. Sabine Graf vom Niedersächsischen Landesarchiv Hannover referierte über die Geschichte Hardegsens.

Musikalisch garniert wurde die Feier von der Tanzgruppe des Hardegser Sportvereins unter Leitung von Brunhilde Friedebold und den "Liedern der Renaissance" der Hardegser Sing- und Spielleute unter Leitung von Angelika Bunzendahl-Böttcher. Der Kinderchor "Cantus Cordis Hardegsen" unter Leitung von Gerhard Ropeter hüllte mit einer Uraufführung des vermutlich vor dem 14. Jahrhundert entstandene und aus Hardegsen stammenden Gesangstückes "In Omnes Gentes" den Saal in einen verzaubernden mittelalterlichen Klangteppich.

Von Christina Hinzmann

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