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200 Hunde neu angemeldet

Hundesteuer in Göttingen 200 Hunde neu angemeldet

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Die Ankündigung der Stadt Göttingen, zahlungsunwillige Hundebesitzer aufzuspüren, hat sich ausgezahlt. Rund 200 Halter hätten ihre Tiere neu zur Hundesteuer angemeldet, sagt Verwaltungssprecher Detlef Johannson.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Da zum Teil auch Hunde angemeldet worden seien, für die monatelang keine Steuer entrichtet wurde, seien mit der Aktion für das Jahr 2017 „direkt etwa 31.000 Euro als Einnahme verbucht worden“. Damit seien die Kosten der Aktion von knapp 20000 Euro „mehr als gedeckt“, so Johannson. Zusätzlich seien für die in den vergangenen Wochen neu zur Steuer angemeldeten Hunde auch für die Folgejahre Einnahmen von bis zu 25000 Euro zu erwarten. „Ein voller Erfolg“, sagt der zuständige Fachdienstleiter Andreas Rohde.

Die Stadtverwaltung hatte im Mai rund 80.000 Göttinger Haushalte angeschrieben. In dem Brief wurden Bürger, die ihren Hund bislang nicht angemeldet haben, aufgefordert, dies unverzüglich nachzuholen. Gleichzeitig kündigte die Verwaltung verstärkte Kontrollen an und drohte mit Bußgeldverfahren. Wer seinen Hund bis zum 14. Juni 2017 anmelde, könne ein solches Verfahren abwenden, hieß es in dem Schreiben - was offenbar Wirkung zeigte: „Unsere Anschreiben an alle Göttinger Haushalte haben zu etwa 200 Neuanmeldungen geführt“, sagt Johannson. In der Stadt seien damit nun rund 4200 Hunde gemeldet. Die Hundesteuereinnahmen beliefen sich in diesem Jahr auf mehr als 500.000 Euro.

Außerdem legen die Mitarbeiter des Stadtordnungsdienstes seit Ablauf der Frist Mitte Juni ein besonderes Augenmerk darauf, ob Hunde zur Steuer angemeldet sind. „Entdecken sie keine Steuermarke, wird dem nachgegangen“, erklärt Johannson. „Zur persönlichen Ansprache von Hundehalterinnen und Hundehaltern ist es in den vergangenen Wochen rund 80-mal gekommen“ - mit unterschiedlichem Ergebnis.

In einem Fall hatten die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes die Hundemarke auf den ersten Blick nicht entdeckt. Sie war im dichten Fell des Tieres versteckt. „Fall geklärt“, so Johannson. Ein anderer Halter hatte die Hundemarke am neuen Halsband noch nicht angebracht. Ein Datenabgleich bestätigte: Der Hund ist gemeldet. In einem Fall fehlte zwar die Hundemarke. Das Tier war aber bereits wegen der Drohung der Stadt angemeldet worden, die Steuermarke aber noch nicht ausgehändigt worden.

Bei etwa jeder fünften Kontrolle hätten die Mitarbeiter der Verwaltung aber einen Treffer gelandet, so Johannson: „keine Hundemarke, keine Meldung“. Folge: „Unmissverständliche Aufforderung, das jetzt nachzuholen.“ Dauere die Haltung eines solchen Hundes schon länger an, sei auch die Einleitung eines Bußgeldverfahrens denkbar. Das sei aber seines Wissens in den vergangenen Wochen nicht passiert. „In jedem Fall werden wir überprüfen, ob die Betroffenen ihren Hund nun wirklich anmelden. Sonst gibt es Post aus dem Rathaus“, betont der Vewraltungssprecher.

Die Reaktionen der Bürger seien „bis auf einige Ausnahmen positiv“ ausgefallen, sagt Johannson. „Viele begrüßten die Aktion. Vereinzelt gab es Kritik an der Hundesteuer an sich.“ Anlass für die Aktion ist die Überprüfung des Hundebestands. Zudem soll sie der Steuergerechtigkeit dienen.

Wer jetzt seinen Hund immer noch nicht angemeldet hat, sollte sich übrigens nicht in Sicherheit wähnen. Die Kontrollen in Göttingen sollen in den nächsten Wochen fortgesetzt werden. Wer mit einem nicht angemeldeten Hund erwischt wird, muss im schlechtesten Fall rund 150 Euro Bußgeld bezahlen. Zusätzlich wird die Hundesteuer nacherhoben.

Friedland zieht nach

Dass manchmal schon die Androhung von Konsequenzen hilft, hatte sich bereits 2010 in Göttingen gezeigt. Damals wurden bei einer ähnlichen Aktion rund 450 Hunde neu angemeldet. Auch in Alfeld erhöhte sich die Zahl der registrierten Hunde sprunghaft, als die Verwaltung einen professionellen Hunde-Schnüffler engagierte. Zuletzt hatte die Ankündigung der Stadt Osterode im Frühjahr Erfolg, zahlungsunwillige Hundebesitzer durch Hausbesuche aufzuspüren. Dutzende Halter meldeten ihre Tiere daraufhin vor Beginn der Kontrollen zur Hundesteuer an. Jetzt zieht die Gemeinde Friedland nach: Auch dort soll es in den nächsten Wochen verstärkte Kontrollen geben, drohte die Verwaltung an.

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