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Tageblatt-Wochenendkolumne I love ...

Kürzlich las ich über drei fast noch junge Hamburger. Blogger, deren Tagwerk darin besteht, im Internet über die schönen Seiten ihrer Stadt zu schreiben und ihre Mitbürger zum mitmachen zu animieren. Vorbehaltlos, gutgelaunt und dauereuphorisch erklären die Hanseaten, warum sie das Leben in ihrer Stadt so schön finden.

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Markus Scharf

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Das ganze nennen sie „We.Love.Hamburg“. Mit Punkten dazwischen für den Coolness-Faktor. Das brachte mich auf die Idee, es selber mal zu versuchen. Und so habe ich in der vergangenen Woche mal streng darauf geachtet, das Leben, Göttingen sowie das Leben in Göttingen zu lieben – und dabei möglichst viele Gleichgesinnte zu finden.

Und es ging eigentlich auch ganz gut los. Unsere BG-Basketballer gewinnen gegen Meister FC Bayern München. Mehrere tausend Fans feiern in der S-Arena mit der Mannschaft, Fremde liegen sich in den Armen und träumen von einer großen gemeinsamen Zukunft. Die ganze Stadt könnte in einem veilchenfarbenen Freudentaumel versinken. „We.love.BG“. Naja, fast. Tatsächlich haben wir uns lieber direkt nach dem Spiel gemeinsam mit Trainer und Management Sorgen gemacht. Denn so wird es ja nun ganz sicher nicht weitergehen. Dunkle Wolken am BG-Himmel. Das nennt man dann wohl auf der Euphoriewelle reiten. Wir erinnern uns. Die Hamburger lieben ihre Stadt. Und die haben den HSV.

Nächster Versuch: Frühlingsanfang in Südniedersachsen. Die Sonne scheint, das Thermometer klettert, die Vögel zwitschern. Menschen sitzen sonnenbebrillt in Cafés, schnüffeln sich fröhlich durch die schon dezent blühenden Blumen und freuen sich über das Ende der Winterdepression. Naja, oder sie beklagen lieber die viele Mühen, die ein Jahreszeitenwechsel so mit sich bringt … Hausputz, Autowaschen, Gartenarbeit. Zusätzlich hat die mehrheitlich eher körperästhetisch als christlich motivierte Fastenzeit so tiefe Spuren in den mich umgebenden Gemütern hinterlassen, dass Lebensfreude sich von selbst verbietet.  „We.love.frühling“? Kannste vergessen.

Und Ostern? Fällt aus. Der Hase wurde entführt, wie uns eine Polizeimeldung dieser Woche verriet. So viel zum Verhältnis der Südniedersachsen zum Feste feiern. Und dann bringt das ja auch schon wieder Ferien mit sich. Das ist das, wenn die Kinder zuhause rumsitzen ohne Grippewelle und Lehrerstreik; wenn der Geräuschpegel bei Ikea im Schnell-Restaurant schon um 11 Uhr den gesundheitlich unbedenklichen Bereich überschreitet; wenn sich an den diversen Autobahnbaustellen am Wochenende lustige kleine Menschenklumpen bilden. „We.ganz.sicher.dont.love.ostern“

Aber es gibt sie, die kleinen Inseln des Glücks, der Freude und Liebe. Nehmen wir Ballenhausen – wieder einmal. Hier hat man zwischen Nippelverbrennung (Karnevalsende) und Eierbemalung (Osterbeginn) noch so viel Kapazitäten, dass man noch mal eben das Oktoberfest dazwischen schiebt. Jahreszeiten sind hier egal, Feiertage kann es nicht genug geben. Wenn die dort jetzt noch drei Blogger und einen schlechten Fußballverein hätten, wären sie mit Hamburg quasi gleich auf.

Ich gebe meinen Plan auch noch nicht auf und freue mich auf liebevolle Ratschläge fürs Wochenende. Bitte mit dem Betreff „We.love...“ an m.scharf@goettinger-tageblatt.de

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