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Schüler schrecken mit Raketen Nachbarn auf

Praxisnaher Chemieunterricht Schüler schrecken mit Raketen Nachbarn auf

Chemie ist, wenn es stinkt und kracht – und blitzt. Unter dieser Prämisse kann Chemieunterricht richtig Spaß machen, auch Schülern der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule in Göttingen. Sie haben mit explosiven Raketenzündungen experimentiert – und außer Nachbarn auch die Polizei aufgeschreckt.

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Quelle: Schubert

Göttingen. „Der Knall war ohrenbetäubend“, berichtete Christine Liebert, eine Nachbarin der Integrierten Gesamtschule (IGS) am Mittwoch aufgeregt. Gegen 9 Uhr hatte es weit hörbar im Umfeld der Schule geknallt - „nicht zum ersten Mal“, ergänzt sie. Lieberts Vermutung: Die Schüler stellen Feuerwerkskörper her oder experimentieren mit Sprengstoff.

Sie irrt – zumindest teilweise. Schüler aus dem 13. Jahrgang der IGS haben zwar tatsächlich experimentiert, aber mit selbst gebauten Raketen und verschiedenen explosiven Mischungen für deren Antrieb. Im Seminarfach Chemie hätten vier Schüler „hoch motiviert“ die Mischungen während der vergangenen Wochen immer weiter entwickelt – inklusive farblich variierender Feuererscheinungen, bestätigte Chemielehrer Andreas Christmann und fügte hinzu: „Da ist es natürlich auch spannend, das auszuprobieren.“ Und das offenbar mit Erfolg: Erst am vergangenen Wochenende hat ein Schüler aus der vorangegangenen Seminarfach-Klasse einen 2. Platz bei „Jugend forscht“ belegt – mit seinem Raketenantrieb.

Von einer stabilen Start-Kartusche hätten die Schüler ihre selbst gebauten Raketen steil in den Himmel geschossen, erklärt Christmann: „Unter allen erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen und meiner Aufsicht.“ Der Lehrer räumt dennoch ein, dass der Schulhof unweit bewohnter Häuser für dieses Experiment nicht ideal sei. Versuche auf einem Feld aber seien während der Unterrichtszeit zu aufwendig – zumal dann auch Genehmigungen eingeholt werden müssten.

Damit könnte er Recht haben, wenn die Zündmischung der Raketen als Sprengstoff einzustufen ist. Dann müsse die Ordnungsbehörde eingeschaltet werden, bestätigt Detlef Johannson, Sprecher der Göttinger Stadtverwaltung. Wie eine Schule auf ihrem Gelände den Unterricht gestaltet, liege hingegen in ihrer Verantwortung.

Dennoch ist am Mittwoch die Polizei angerückt, alarmiert von Nachbarn. „Es muss wohl sehr laut geknallt haben“, bestätigt eine Polizeisprecherin. Ein Verfahren sei allerdings nicht eingeleitet worden. Man habe sich darauf verständigt, dass die Schule keine Raketenexperimente mehr im Freien machen werde. „Wir wollen auf niemanden ärgern oder verunsichern“, sagt auch Lehrer Christmann.

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