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„Ich will Landrätin werden“

Christel Wemheuer „Ich will Landrätin werden“

„Ich habe ein klares Ziel, ich will Landrätin werden, die erste grüne in Niedersachsen.“ Gleich am Anfang ihrer Bewerbungsrede stellte die Landratskandidatin der Grünen im Landkreis Göttingen, Christel Wemheuer, klar, dass sie keine Zählkandidatin sein werde. Nach dem Wahlsieg in Baden-Württemberg sehen die Grünen keinen Grund, sich in Bescheidenheit zu üben. Die Frage nach dem Koch und dem Kellner können die Grünen nach den Kommunalwahlen möglicherweise auch in Göttingen mit CDU und SPD neu debattieren.

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Klares Ziel: Christel Wemheuer hat es auf den Chefsessel im Kreishaus abgesehen.

Quelle: Theodoro da Silva

Wie bereits bei den Konkurrenten, Bernhard Reuter (SPD) und Dinah Stollwerck-Bauer (CDU), ging die Wahl am Dienstagabend anstandslos und ohne Gegenkandidaten über die Bühne. Für Wemheuer stimmten 46 Mitglieder bei nur einer Nein-Stimme. Der Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin konnte ohne Hauptwohnsitz in seinem Wahlkreis nicht mitstimmen. Der Fraktionschef im Bundestag verwies auf den Atomausstiegsplan der Grünen, räumte aber auch Konflikte bei erneuerbaren Energien ein. Seriöse Antworten seien gefragt, auch wenn jetzt alle Atomkraftgegner seien – „die einen für 90 Tage, die anderen meinen es ernst.“

Aus Sicht Wemheuers brauchen sich die Grünen auch im Landkreis „nicht zu verstecken“. Die Umweltdezernentin verwies auf die schon lange starke grüne Fraktion im Kreistag und die Zusammenarbeit erst mit der SPD und dann über zehn Jahre in der Mehrheitsgruppe mit der CDU. „Wir haben Kröten geschluckt, die aber auch.“ Die 54-jährige Chemieingenieurin und Politikwissenschaftlerin will sich weiter für die Bildung einer Region einsetzen und das 100-Prozent-Ziel für erneuerbare Energie forcieren. Es gebe eine „Super-Verwaltung“, aber leider kein Leitbild und kein Wir-Gefühl mehr. Sie sei eine Team-Playerin, sagte Wemheuer. „Ich kann alles, ist nicht mein Stil.“

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