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„Die trinken nur noch“

Idee: Längere Öffnungszeiten des Göttinger Weihnachtsmarktes „Die trinken nur noch“

Während viele Besucher des Göttinger Weihnachtsmarktes noch ihren Glühwein schlürfen, schieben die Budenbetreiber püntklich um 20.30 Uhr die Holzverkleidungen vor die Tresen. Nur: Warum hat der Weihnachtsmarkt eigentlich nicht länger geöffnet?

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Die Besucher würden am Abend nichts mehr kaufen, „die trinken nur noch“, meint Schulte, Betreiber eines Standes.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Es sei ein „nicht so einfaches Thema“, meint Daniel Asmus, Vorsitzender des Weihnachtsmarktvereins. Schließlich öffne der Markt bereits um 10 Uhr, so dass sich der ein oder andere Verkäufer freue, wenn um halb neun Feierabend ist. Zudem müsse man zwischen „Non-Food-Ständen“ und Essens- und Getränkebuden unterscheiden.

„Für mich ist die Schließzeit gut, das reicht vollkommen“, sagt zum Beispiel Andreas Schulte. Er betreibt einen Stand mit Spielzeug und einen mit Keramik-Lichthäuschen. Die Besucher würden am Abend nichts mehr kaufen, „die trinken nur noch“, meint Schulte. Daher sei es für die Verkaufsstände mit Sachartikeln nicht gut, wenn die Öffnungszeiten verlängert würden. „Ab 18 Uhr wird es merklich weniger“, erklärt Schulte, nach 20.30 Uhr stünden sich die Verkäufer bloß die Beine in den Bauch.

Nach Meinung von Frank Krummacker gebe es hingegen „einige Dinge, die für längere Öffnungszeiten sprechen“. Sein Glühweinstand hat sich seit 1983 auf dem Göttinger Weihnachtsmarkt bewährt, und am Abend brummt der Laden. Andererseits glaubt Krummacker, dass eine längere Öffnungszeit dazu führen könnte, „dass die Leute einfach später kommen“. Er schlägt vor, den Betrieb zumindest an den Wochenenden etwas auszudehnen und während der Woche „einen langen Donnerstag oder so“ anzubieten für die Berufstätigen, die selbst erst ab 20 Uhr Feierabend haben. „Für die wäre es sicherlich ein Gewinn“, glaubt der Buden-Betreiber.

Die Idee eines „Mitarbeitertages“ hatte auch Daniel Asmus bereits. Diese müsse jedoch erst im Weihnachtsmarktbeirat und schließlich im Rat der Stadt Anklang finden. Detlef Johannson, Verwaltungssprecher der Stadt Göttingen, teilt dazu mit, dass das Thema „immer wieder einmal erörtert“ wurde. Aber: „Eine längere Öffnungszeit könnte dazu führen, dass nicht alle Stände, vor allem von den „Non-Food-Betreibern“, diese auch gewährleisten können.“ Dies könne den Gesamtcharakter des Weihnachtsmarktes stören, die festgelegte Schließzeit sei schließlich „ein Kompromiss verschiedener Interessen“. Dieser Einschätzung schließt sich auch Asmus an.

Einen in den sozialen Medien diskutierten Verdacht wies Johannson dann noch von der Hand: Zwischen den Schließzeiten des Weihnachtsmarktes und der Unterlassungsklage, die einst von einer Anwohnerin wegen des Geräuschpegels gegen das ehemalige Altstadtfest erhoben wurde, bestehe kein Zusammenhang. „Die Schließzeiten gelten mindestens seit den 1990er Jahren“, erklärt Johannson. yah

Die Besucher würden am Abend nichts mehr kaufen, „die trinken nur noch“, meint Schulte.

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