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Ideeller Wert einer Sammlung zählt

Briefmarken-Tauschbörse Ideeller Wert einer Sammlung zählt

Eine Sammlung von ihnen zu erstellen, ist wie in einem Geschichtsbuch zu lesen. Und wenn man sie sammelt, dann wird man zu einem Geschichten-Erzähler. Die Besucher der Tauschbörse des Briefmarken-Sammlervereins Göttingen am Sonntag, 21. März, im Bürgerschützenhaus trafen rund 25 dieser Erzähler. Und  die wussten über einzelne Marken viele Anekdoten zu berichten. 

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Tauschpartner: Harald Lippke (sitzend) und Karl-Heinz Offen.

Quelle: Peter Heller

Eine dieser Anekdoten dreht sich um die erste amtliche Briefmarke der Welt, die „One Penny Black“, die 1840 in Großbritannien die Alphabetisierung antrieb. „Viele Menschen lernten schreiben, weil sie gern Briefe versenden wollten“, erklärt der Vorsitzende des Vereins Manfred Eimer. In Deutschland kam die erste Briefmarke im November 1849 in Bayern in Umlauf und wurde „Schwarzer Einser“ genannt. „Sie ließ sich durch ihre Farbe gut wiederverwenden, da ja auch der Stempel schwarz war.“ 

Eine aktuellere Frage wird an einem anderen Tisch diskutiert: „Es geht hier nicht um einen finanziellen Wert“, sind sich Kai Uwe Rauch und Günter Sarasa einig, während sie zusammen ein Album durchblättern. Rauch präzisiert: „Es geht um einen ideellen Wert,  um Liebhaberstücke.“ Dabei komme es auch nicht auf die Menge der Marken an. Auf die Frage, wie viele Exemplare Sarasa schätzungsweise dabei habe, winkt dieser nur ab. „Zählen ist etwas für Anfänger. Man kann eine Sammlung haben, auch wenn man nur zwei Marken mit einem bestimmten Motiv hat.“ Der Wert des Stückes ergebe sich beispielsweise daraus, dass man lange danach gesucht habe. 

Sarasa selbst hat sich auf Zeppeline spezialisiert. Er holt einen vergilbten Briefumschlag hervor: „Dieser Brief wurde mit der Olympiafahrt des Luftfahrtschiffes Hindenburg am 1. August 1936 von Frankfurt am Main nach Berlin geschickt.“ Mehrere Stempel attestieren den Befund. Wo gibt es solche Fundstücke? „Man findet so etwas eigentlich nur bei Auktionen oder Tauschbörsen.“ 

Nass- oder selbstklebend

Wer nachfragt, der erfährt von Briefmarken-Experte Eimer beispielsweise auch, dass es zur Zeit der Weimarer Republik einen Block mit sogenannten Wohlfahrtsmarken gab, die jeweils vier Marken enthielten und zwei Mark kosteten. „Ein normaler Arbeiter verdiente aber nur zehn Reichsmark“, sagt Eimer. Die briefliche Korrespondenz sei früher nicht selbstverständlich gewesen. Heute hingegen gehe es um banalere Fragen in Sachen Frankierung: „Der Trend geht von nassklebend zu selbstklebend.“ 

                                                                                                                                          Von abs

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