Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Illegale Sperrmüllablagerungen sorgen im Kreis Göttingen für Ärger

Auch Bürger bleiben auf Müll sitzen Illegale Sperrmüllablagerungen sorgen im Kreis Göttingen für Ärger

Immer wieder ärgern sich Bürger und Verwaltungen über illegal weggeworfenen Sperrmüll. Dabei gilt die Regel: Auf wessen Grundstück der Müll liegt, muss ihn auch beseitigen. Das kann gegebenenfalls teuer werden.

Voriger Artikel
Verfahren gegen Mitarbeiter der Rosdorfer Verwaltung eingestellt
Nächster Artikel
Neben Osterode sollen zwei weitere Flüchtlingslager entstehen

Illegal weggeworfener Sperrmüll am Steinflurbach in Rosdorf an der Bahn.

Quelle: Hinzmann

Rosdorf/Göttingen. Erst vor einigen Tagen haben Bewohner des Spickenwegs in Rosdorf einen wilden Ablageplatz entdeckt. Zwischen dem Weg entlang der Bahnstrecke fließt der Steinflurbach. Allerdings nicht ungestört: An der Stelle, an der der Bach unter der Bahntrasse hindurchgeführt wird, liegen die Reste eines Motorrads, dazu Autoreifen, Plastikeimer und andere Gegenstände. Im Gebüsch finden sich andere ausgediente Dinge wie beispielsweise eine Matratze. Problematisch: Das Motorrad liegt direkt vor dem Durchfluss unter der Bahn.

 
„Grundsätzlich“, sagt Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann, „ist innerhalb von Ortslagen oder bei befriedeten Grundstücken der Eigentümer für die Beseitigung von Müll zuständig.“ Dies gelte auch für Anlagen wie Parkplätze oder Straßen. Der Landkreis ist hingegen für Müll zuständig, der in der freien Natur abgelagert wird. Für alle Betroffenen gilt: „Eine Verpflichtung zur Beseitigung besteht stets dann, wenn der Müll aufgrund von Art oder Menge eine Gefahr darstellt“, erläutert Lottmann die Rechtslage.

 
Kann der Verursacher einer widerrechtlichen Müllablagerung ermittelt werden, werde je nach Umfang eine Geldbuße festgesetzt. Lottmann: „Grundlage für die Bemessung ist Paragraf 61 des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes.“ Die Höhe werde nach dem für Niedersachsen geltenden Bußgeldkatalog „entsprechend den Richtlinien für die Verfolgung und Ahndung von Zuwiderhandlungen gegen Bestimmungen des Umweltschutzes – Sachbereich Abfallentsorgung – festgelegt“.

 
Für kleinere Einzelstücke wie beispielsweise ein Radio, einen Fernseher oder einen Stuhl sieht der Bußgeldkatalog für Niedersachsen 50 bis 150 Euro vor. Für mehrere kleine Einzelstücke oder ein großes Einzelstück wie beispielsweise Waschmaschine, Badewanne oder Kommode werden 100 bis 500 Euro fällig. Für bis zu einen Kubikmeter oder bis 100 Kilogramm Sperrmüll sieht der Bußgeldkatalog Strafen von 100 bis 450 Euro vor, darüber Bußgelder in Höhe von 450 bis 1550 Euro. Noch teurer kann es bei illegal weggeworfenen Gegenständen werden, die Schadstoffe enthalten. Hier fangen die Bußgelder bei 150 Euro an, der Bußgeldkatalog endet hier bei satten 2500 Euro.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis