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Illegales Chemielager: Anklage nach Brand

Batterien zünden Feuer Illegales Chemielager: Anklage nach Brand

Nach dem Brand in einem illegalen Chemielager am 2. März im Industriegebiet Grone hat die Staatsanwaltschaft jetzt den Betreiber des Lagers, den 41 Jahre alten Chemiker Peter L. aus Einbeck, angeklagt. Ihm wird das unerlaubte Betreiben einer Anlage sowie der unerlaubte Umgang mit gefährlichen Abfällen vorgeworfen.

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Grüne Grone: Bei dem Brand im Chemielager färbte sich der Bach wegen einlaufenden Löschwassers.

Quelle: dpa

Göttingen. Er wird sich vor dem Schöffengericht Göttingen verantworten müssen. Der 41-Jährige ist einschlägig vorbestraft. Bereits 2008 hatte ihn das Amtsgericht Northeim wegen gleicher Delikte zu 300 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt, weil er in Fredelsloh-Tönnieshof ein riesiges Lager mit Chemikalien unerlaubt betrieben hatte.

Nach einem Großbrand in einem illegalen Chemikalienlager im Industriegebiet in Grone hat sich der angrenzende Bach Grone grün verfärbt.

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Inzwischen ist auch die Brandursache bekannt. Sie ist vom Angeklagten offenbar selbst leichtfertig herbeigeführt worden, weil er tonnenweise Altbatterien, Lithium-Ionen-Akkus sowie Kondensatoren und Transformatoren gegen alle Sicherheitsvorschriften in loser Schüttung in Metallgitterboxen aufbewahrte. Weil die Batterien teilweise nicht vollständig entladen waren und ihre nicht isolierten Kontaktflächen Kurzschlüsse hervorriefen, kam es nach Feststellung von Gutachtern am frühen Morgen des 2. März zu einem solchen Kurzschluss, der ausgasende Stoffe entzündete und zu dem Brand führte.

In der Hochlagerhalle im hinteren Bereich der Rudolf-Winkel-Straße hatte der Einbecker Chemiker nach heutigen Erkenntnissen stark wassergefährdende, giftige und entzündliche Stoffe ohne Erlaubnis gelagert, darunter 183 Liter Flusssäure, ein stark ätzendes Kontaktgift, sowie 1015,5 Liter Formaldehyd in unsortierten Gebinden. Die Feuerwehr hatte zum Löschen des Brandes viel Wasser verwenden müssen, das schwer belastet mit PCB und Schwermetallen über den Flötergraben und den Levinschen Teich in Grone und Leine gelangte.

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Das nach dem Großbrand in einer Chemikalien-Lagerhalle an der Rudolf-Winkel-Straße ausgesprochene Verbot für den Verzehr von Fischen aus der Grone ist aufgehoben. Das teilte die Stadt Göttingen am Montag mit. Der eingeschaltete Gutachter äußerte sich gegenüber dem Tageblatt.

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