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Illegales Giftlager

Anklage gegen Chemiker Illegales Giftlager

Ein mehrfach durch Umweltskandale in die Schlagzeilen geratener Chemiker aus Einbeck muss jetzt mit gravierenden Konsequenzen rechnen. Die Stadt Einbeck will dem 41-Jährigen, der zuletzt ohne behördliche Erlaubnis eine Chemielagerhalle in Göttingen betrieben hatte, die Gewerbeausübung untersagen.

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Quelle: dpa

Einbeck / Göttingen . Dies hat Bürgermeister Ulrich Minkner auf Anfrage mitgeteilt. Außerdem könnte dem Chemiker möglicherweise eine Gefängnisstrafe drohen. Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat ihn vor dem Schöffengericht angeklagt. Die Anklagebehörde wirft dem 41-Jährigen unbefugtes Lagern von Abfällen, Gewässerverunreinigung, illegale Lagerung von Gefahrstoffen und fahrlässige Brandstiftung vor.

Großbrand im März

Die Behörden waren durch einen Großbrand im März auf das illegale Chemielager im Göttinger Industriegebiet aufmerksam geworden. In der Halle waren zahlreiche stark wassergefährdende, giftige und entzündliche Stoffe gelagert, darunter mehr als 180 Liter hochgiftige Flusssäure und mehr als 1000 Liter Formaldehyd. Ferner fanden sich tonnenweise alte Batterien, Kondensatoren, Transformatoren und Lithium-Akkus, die zum Teil noch Restspannung enthielten.

Weiteres Lager in Einbeck

Anlass für das Gewerbeuntersagungsverfahren ist ein weiteres Chemielager in Einbeck. Der 41-Jährige soll dort in einem reinen Wohngebiet in einer Doppelgarage Chemikalien in großen Mengen deponiert haben. Bereits 2007 waren die Behörden auf ein illegales Chemikalienlager in Fredelsloh (Kreis Northeim) gestoßen. Dort hatte der Chemiker in einer Halle mehrere hundert Tonnen giftiger, explosionsgefährlicher und hochentzündlicher Stoffe und Giftmüll völlig unsachgemäß und teilweise unverschlossen auf engstem Raum gelagert. Die Räumung hatte damals Kosten von rund einer Million Euro verursacht. Nach Angaben des Gewerbeaufsichtsamtes hat der Chemiker bislang nur einen unbeachtlichen Teil der Summe zurückgezahlt. Auch die Stadt Göttingen ist bislang auf ihren Räumungskosten von rund 150 000 Euro sitzengeblieben.

Jetzt plant der Chemiker offenbar eine neue Betriebsstätte im Harz. Ein Sprecher des Landkreises Goslar bestätigte auf Anfrage, dass es erste Gespräche mit den zuständigen Behörden gegeben habe.

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