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Im Kirchenstreit: „Keinen Schritt weiter“

Hardegsen Im Kirchenstreit: „Keinen Schritt weiter“

Der Kirchenstreit in der St.-Mauritius-Gemeinde Hardegsen geht weiter. Mit überragender Mehrheit hat die Gemeindeversammlung am Dienstagabend für den Rücktritt des gesamten Kirchenvorstands gestimmt. Gefordert wurde auch der Rückzug des Kantors.

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Volles Muthaus: Viele Gemeindemitglieder und Interessierte nahmen Stellung zu den Vorgängen in der Gemeinde.

Quelle: Theodoro da Silva

Turbulent und teils mit heftigen persönlichen Angriffen verlief die Versammlung. Schwere Vorwürfe erhob Monika Linke-Hasselhorn als eines der verbliebenen Kirchenvorstandsmitglieder gegen den scheidenden Pastor Daniel Konnerth und Superintendent.

Heinz Behrends. Unter anderem habe Behrends die Handlungsunfähigkeit des Kirchenvorstands betrieben. Mit Joachim Hartung ist Behrends vom Kirchenkreisvorstand als Bevollmächtigter bestellt. Bis zur Wiederherstellung eines geschäftsfähigen Kirchenvorstands übernehmen die beiden alle Aufgaben des Vorstands.

Für einen Neuanfang gebe es nur eine Lösung: „dass der Kirchenmusiker seine Position zur Verfügung stellt“, sagte Dieter Claus, einer der zurückgetretenen Kirchenvorsteher, unter Beifall. Ohne Rückzug des Kantors Gerhard Ropeter sei es „sehr schwer“, einen neuen Pastor zu finden. Was die eine Gruppierung auf Schwierigkeiten durch den Pastor reduzierte, konnte Behrends anhand von Unterlagen ab 1995 als ein altes Problem belegen.

Entschieden sperrten sich die Anhänger der Kantorei nicht nur gegen die Kritik am Kantor, sie wehrten sich auch gegen eine Überführung der Kantorei in eine andere Trägerschaft. Einer der jüngeren Sänger hatte eine E-Mail-Offensive gestartet: Die Kantorei werde durch den Superintendenten an den Pranger gestellt. „An den Pranger gestellt werde ich seit gestern“, sagte Behrends. Rund 30 Mails habe er innerhalb der vergangenen zwei Tage erhalten. Der Inhalt: „Die Kantorei muss in der Gemeinde bleiben.“ Doch Behrends hatte auch die Mail des Initiators. „Die Kantorei hat sich als Gesamtgefüge schon längst aus der Gemeinde herausbewegt“, sagte Behrends. Angestrebt sei eine Organisationsform mit Kirchengemeinde und Kantorei auf Augenhöhe, vertraten die Bevollmächtigten und verwiesen auf Überlegungen, auch die Schwesternstation in andere Trägerschaft zu geben.
„Ich finde es ganz bitter, dass wir hier in Hardegsen miteinander nicht zu Potte kommen“, sagte Behrends am Ende der zweieinhalbstündigen Versammlung unter der klugen Leitung von Pastor Bernd Ranke. „Wir sind im Augenblick noch keinen Schritt weiter.“

Ute Lawrenz

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