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Im Lager Friedland beginnt der Friedensritt 2015

„Waffen erzeugen Flüchtlinge“ Im Lager Friedland beginnt der Friedensritt 2015

Sie sind Friedensaktivisten und reiten und radeln seit 1984 alljährlich. Diesmal unter dem Motto: „Grenzen zu für Waffen, Grenzen auf für Flüchtlinge“. Man kann den jetzt in Friedland begonnenen Ritt 2015 auch kürzer zusammenfassen: „Waffen erzeugen Flüchtlinge“.

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Quelle: Pförtner

Friedland. So sieht es Angelika Kemper, Lehrerin, Reiterin und seit mehr als zehn Jahren Teilnehmerin des Friedensrittes. Auch für Ina Höhler, zum ersten Mal dabei, ist es „das Anliegen, das dahinter steckt“, das sie zum Mitreiten motiviert. Für sie geht es nach Hause. In Kassel endet der Friedenstritt 2015. Dort wollen die zwölf Reiter, zwölf Radler und ihr Tross, zusammen 30 friedensbewegte Menschen aus ganz Norddeutschland mit einem guten Dutzend Ponys und Pferden, am Donnerstag, dem Hiroschima-Tag, an Aktion und Lichterkette des Friedensforums Kassel mitmachen. Tags darauf wird vor dem Tor des Rüstungskonzerns Krauss-Maffei Wegmann (KMW) demonstriert.

Das sei schrecklich aktuell geworden, sagt Kemper. Die Kasselaner Waffenschmiede steht kurz vor der Fusion mit dem französischen Konzern Nexter.  Schon jetzt würden deutsche Waffen in alle Welt geliefert, an Staaten, die angeblich als sicher gelten, aber keineswegs demokratisch sind. Am Ende kämpfen dann doch weltweit Terroristen wie der IS mit deutschen Kleinwaffen, und Menschen müssten ihre Heimatländer aus Angst um ihr Leben verlassen. Würden KMW und Nexter fusionieren, so die Befürchtung, würden die vergleichsweise strengen, wenngleich noch immer viel zu laxen Exportregeln umgangen. Denn Frankreich liefere noch bedenkenloser auch an Staaten in Krisenregionen.

Die Folgen erlebten die Friedensreiter im Grenzdurchgangslager Friedland. 2100 Flüchtlinge leben dort im überfüllten Lager, fast alle den Kriegsschauplätzen in Syrien, Irak und Afrika entflohen. Ihnen, vor allem den Kindern, machten die Reiter am Sonnabend eine große Freude. Die Kinder durften Pony reiten, Pferde streicheln, sich ganz mutig mit den Hunden der Reiter fotografieren lassen und die Kunststücke der Clownin Heidrun  Haven und ihrer Vierbeiner bestaunen.

©Pförtner

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