Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / -1 ° wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Im Pflege-Einsatz für die ästige Mondraute

Gefährdete Pflanze Im Pflege-Einsatz für die ästige Mondraute

Laut stören die Geräusche eines Freischneiders die Idylle am See auf der Bergkuppe Grefenburg. Doch die Arbeitsgeräusche sollen dazu beitragen, die Idylle am künstlichen See zu erhalten. Acht Mitglieder der Biologischen Schutzgemeinschaft Göttingen (BSG) sind im Einsatz, um der ästigen Mondraute Wachstumsmöglichkeiten zu schaffen.

Voriger Artikel
Hilfe für Patienten und Ärzte bei Kunstfehlern
Nächster Artikel
„...bist du bescheuert? Der Richter will mit dir reden…“

Schafft mit dem Freischneider Platz: Student Ching-Yen Huang. Reinhard Urner, Fionn Pape und Jörg Pfisterer (v.l.) entfernen Moos.

Barterode. Die Farnart sei europaweit stark gefährdet, erklärt BSG-Vorstandsmitglieder Reinhard Urner. Noch ist von der ästigen Mondraute allerdings nichts zu sehen. Sie komme erst Ende Mai oder Anfang Juni aus dem Boden, so Urner. Damit der Pflanze das überhaupt gelingt, entfernen die BSG-Mitglieder auf einer Fläche am See mit Harken und Mistgabeln eine dicke Moosschicht und schaffen mit dem Freischneider Luft und Licht. Bei der letzten Zählung vor zwei Jahren habe man auf der Grefenburg 23 Pflanzen gezählt, so Urner. Auf der Bergkuppe bei Barterode befinde sich eines der wenigen bekannten Vorkommen in Niedersachsen.

Die Liebe zur Natur merkt man den BSG-Mitgliedern an. Da wird mal ein Molch auf die Hand genommen oder darüber gefachsimpelt, welche Flechtenart sich auf den Baumzweigen breit gemacht hat. Ein paar Schritte weiter läuft eine kleine Maus durchs hohe Gras. Dann dröhnt wieder der Freischneider. Mit ihm ist Ching-Yen Huang unterwegs. Für den 27-jährigen Physik-Studenten aus Taiwan ist die Arbeit in der freien Natur auch ein Ausgleich zum Studium. Schon seit rund 15 Jahren sind BSG-Mitglieder jedes Jahr auf der Grefenburg im Einsatz für die ästige Mondraute.

Schutz von Rebhühnern und Rotmilanen

Es ist nur einer von mehreren Einsatzorten der vor 30 Jahren gegründeten Naturschutzorganisation, die laut Urner heute rund 120 Mitglieder hat. Die BSG pflegt nach eigenen Angaben regelmäßig rund 20 Flächen in Südniedersachsen. Der Verein ist in verschiedenen Projekten engagiert, so etwa zum Schutz von Rebhühnern und Rotmilanen. Die BSG veranstaltet außerdem Vorträge und Exkursionen. Zu jedem Pflege-Einsatz gehört auch ein zünftiges Picknick, das der Verein spendiert. Der Landkreis Göttingen gibt zudem einen Zuschuss für die Pflegearbeiten.

Auf der Grefenburg wurde früher in einem Steinbruch Basalt abgebaut. Nach dem Ende des Basaltwerks ließ man den Bruch durch eine Quelle volllaufen. Auf diese Weise entstand der See. Das Gelände mit dem See ist heute nicht mehr frei zugänglich. Es wurde von der Sportfischergemeinschaft Barterode, die das 2300 Quadratmeter große Areal von der Forstgenossenschaft gepachtet hat, schon vor Jahren eingezäunt. Zahlreiche Badegäste – und deren Müll – hätten den See stark in Mitleidenschaft gezogen, lautet die Begründung. Nur die BSG lässt die Fischergemeinschaft gern auf das Gelände. Bei dem dortigen Pflegeeinsatz schaut deshalb auch Eckhard Cohrs, Vorsitzender der Sportfischergemeinschaft, auf einen Plausch vorbei.

Die Biologische Schutzgemeinschaft Göttingen ist unter Telefon 05 51 / 4 34 77 zu erreichen. Das Büro in der Geisstraße 2 ist montags und mittwochs von 9 bis 12 und donnerstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Der Wochenrückblick vom 18. bis 24. März 2017