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Imker in der Region Göttingen fürchten miserable Honigernte

Vielen Pflanzen fehlen Bestäuber Imker in der Region Göttingen fürchten miserable Honigernte

Etwa 30 Prozent der Bienenvölker sind tot, schätzt der deutsche Imkerbund. Heimische Imker bestätigen diese Entwicklung. Die Gründe sind vielschichtig: Ein wechselhafter Winter machte wohl vielen Völkern den Garaus – und ein tückischer Parasit. Zudem nimmt das Angebot an Blühpflanzen immer weiter ab. Den Landwirten geben die Imker zumindest eine Mitschuld.

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Quelle: Dröse/Archiv

Göttingen. „Einige unserer Mitglieder haben Totalverluste erlitten“, sagt Uwe Dzeia, Vorsitzender des Imkervereins Göttingen. Manch ein Imker habe aufgegeben. Im Schnitt seien ein Drittel der hiesigen Bienenvölker dahingerafft worden. Inwieweit der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft dazu beigetragen habe, sei unklar. Aber es sei eine Theorie, sagt Dzeia. „Auf jeden Fall ist die Varroa-Milbe allein nicht der Grund.“ Vor 20 bis 30 Jahren habe es den Parasiten auch schon gegeben, und viele Völker hätten mit der richtigen Behandlung dennoch überlebt.

Für Gerhard Schwanitz ist vor allem das fehlende Futterangebot Schuld am Bienensterben. „Im Sommer blüht ja keine Weide mehr“, sagt der Hobbyimker aus Settmarshausen, der selbst ein Drittel seiner Völker verloren hat. Zudem fehlten die mit Blumen besetzten Randstreifen an Feldern. Gleichzeitig werde immer mehr Mais angebaut. Das habe nicht nur für Bienen fatale Folgen, sondern auch für Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge. „Die finden einfach nichts mehr zu fressen.“

Weil der Herbst dann auch noch sehr warm war, seien die Bienen noch lange aktiv gewesen. So seien sie schon geschwächt in den Winter gegangen, was sie anfälliger für die Varroa-Milbe gemacht habe – und damit verbundene Viruserkrankungen. Ein strenger Winter sei besser für die Insekten. Schwanken die Temperaturen dagegen stark, kann das die Bienen dazu bringen, vorzeitig auszufliegen.

Die Folgen des Bienensterbens bekommen nicht nur die Verbraucher zu spüren. „Die Honigernte wird miserabel“, sagt Schwanitz. Noch schlimmer sei aber, dass vielen Pflanzen damit auch die Bestäuber fehlten. „80 Prozent der Kulturpflanzen sind bienenabhängig“, erklärt Schwanitz. Dzeia stimmt ihm zu: „Das Fehlen der Bienen wird sich auch im Ernteergebnis niederschlagen.“

Aufruf des BUND: Blumenwiesen anlegen
Wegen des Bienensterbens ruft der BUND Göttingen Bürger in Stadt und Landkreis Göttingen dazu auf, Wildblumenwiesen anzulegen. Damit sollen neue Nahrungsangebote für viele Insekten, vor allem aber für Wildbienen geschaffen werden. Die heimischen Wildbienen hätten als Blütenbestäuber einen „essentiellen Wert“. Nicht nur für viele Wildpflanzen, sondern auch für Nutzfrüchte wie Äpfel, Birnen, Erdbeeren oder Himbeeren. Doch die Zahl der Wildbienen sei bedroht. Schuld sei „der Verlust von naturnahen und strukturreichen Lebensräumen“. Im Fachhandel oder  beim BUND-Laden (www.BUNDladen.de) können geeignete Wildbienen-Samenmischungen bestellt werden.
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