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Immer weniger Schüler in Göttingen lernen Schwimmen

Schulen lassen Schwimmstunden ausfallen Immer weniger Schüler in Göttingen lernen Schwimmen

Immer weniger Kinder lernen und üben in der Schule Schwimmen – zumindest in Göttingen. Das geht aus Zahlen der städtischen Sport und Freizeit GmbH hervor. Danach registrierte die GöSF 2011 noch 45 695 Schüler in ihrer Lehrschwimmhalle im Badeparadies, im vergangenen Jahr waren es 41 289. Auch die Schülerzahlen in den Freibädern seien auffällig rückläufig, sagt GöSF-Prokurist Alexander Hirt.

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Quelle: epd

Göttingen. Abgesehen von einer generell sinkenden Kinderzahl sieht er einen entscheidenden Grund für diese Entwicklung in strengeren Auflagen für Lehrer und andere Betreuer im Schwimmunterricht:

Nach der niedersächsischen „Bestimmung für den Schulsport“ muss seit 2011 mindestens eine Lehrkraft das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen abgelegt haben. Und das muss inzwischen alle drei Jahre aufgefrischt werden. Zudem muss ab 15 Kindern eine zweite Begleitung dabei sein.

Dass immer wenige Kinder im Klassenverband schwimmen gehen, beobachtet auch der Bezirksvorsitzende der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) in Südniedersachsen, Dieter Arndt. Konkrete Zahlen liegen ihm zwar ebenso wenig vor wie dem Niedersächsischen Kultusministerium.

Eine Wochenstunde Schwimmunterricht

Aber nach Schätzungen der DLRG konnten im vergangenen Jahr bundesweit 45 Prozent der Kinder am Ende ihrer Grundschulzeit zumindest „nicht sicher“ schwimmen. Für diesen Trend nennt Arndt noch einen weiteren Grund: Besonders ländliche Schulen könnten Schwimmstunden mit langen Anfahrten zum nächsten Bad kaum noch organisieren. Erst recht nicht, wenn Bäder wie in Hann. Münden geschlossen werden. Das bestätigen mehrere Schulleiter im Raum Göttingen.

Mit An- und Abfahrt und Umziehen seien für nur eine Schwimmstunde in Göttingen drei Stunden Zeit erforderlich, rechnet neben anderen die Leiterin der Grundschule Lenglern, Heidi Daniel, vor. Ihre Schule nutze die Zeit lieber für mehr klassischen Sportunterricht mit viel Bewegung. Zudem sei es oft schwer, angebotene Schwimmzeiten der Bäder in den Stundenplan einzupassen.  

Der Lehrplan für den Grundschulsport sieht „in der Regel eine Wochenstunde Schwimmunterricht in einem von vier Schuljahren vor“, sagt die Sprecherin des Kultusministeriums, Susanne Schrammar. Die Schulen könnten eigenverantwortlich entscheiden, wann sie Schwimmunterricht erteilen lassen.

„Und wir kriegen das auch sehr gut hin“

Die Göttinger Hagenbergschule setzt das in ihren dritten Klassen um – „mit großer Unterstützung des ASC Göttingen, um die hohen Anforderungen an das Personal zu erfüllen“, sagt Schulleiterin Christine Wardius. Das sei „nicht einfach und haut auch nicht immer hin“.

Für den Sekundarbereich ab Klasse Fünf seien die Schwimmstunden für bestimmte Jahrgänge verbindlich aufgeführt, ergänzt Schrammar. „Und wir kriegen das auch sehr gut hin“, sagt Reinhardt Kalbow, Fachbereichsleiter Sport an der IGS Göttingen. An seiner Schule gebe es keine Probleme, Lehrer und andere Mitarbeiter für den Schwimmunterricht zu finden und zu qualifizieren – auch  unter den Jugendlichen im freiwilligen sozialen Jahr.

Generell begrüße er die strengeren Vorgaben für Sportlehrer im Schwimmunterricht – „das gibt allen mehr Sicherheit“. Und Kalbow lobt das „ungewöhnlich gute“ Angebot in Göttingen mit einem städtischen Lehrschwimmbecken, Freibädern sowie von der Stadt bezahlten Fahrtkosten und Eintrittsgeldern.

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