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In Deutschland neu, für Göttingen einzigartig

Graureiher-Pärchen im Levinschen Park In Deutschland neu, für Göttingen einzigartig

Auf der Insel im Göttinger Levinschen Park hat sich ein Graureiherpärchen niedergelassen. Oben in der Mistel einer großen Weide üben derzeit seine vier Jungen das Fliegen.

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Auf der Insel im Levinschen Park: Graureiherpärchen mit Jungtieren.

Quelle: Heller

Diese Woche soll es laut Hans-Heinrich Dörrie vom Arbeitskreis Göttinger Ornithologen so weit sein: Dann verlassen die Jungtiere das Nest. Dass die Tiere mitten in der Stadt eine Kolonie gründen, ist in Deutschland neu und für Göttingen einzigartig.

„Das ist ein schönes Beispiel von Verstädterung“, sagt Dörrie. „Tiere erschließen sich neue Lebensräume und erkennen, dass von Menschen keine Gefahr ausgeht.“ Er vermutet, dass die Tiere vom Hagenberg unterhalb des Holtenser Bergs stammen. In alten, hohen Fichten hatte sich dort eine Kolonie von sieben Vögeln niedergelassen – jetzt sind die Nester verlassen. „Es könnte sein, dass Waschbären hochgeklettert sind und die Eier geraubt haben“, vermutet Dörrie. Beobachtet habe das zwar niemand, aber es gebe ähnliche Fälle in Sachsen-Anhalt.

Graureiher ernähren sich von Fischen, aber auch von Mäusen und jungen Stockenten. „Gravierenden Einfluss auf die Population anderer Tiere wird das nicht haben“, sagt Dörrie. Anders, als wenn beispielsweise der Kormoran nisten würde: „Da hätten Angler allen Grund, sich zu beschweren.“

Wenn sich eine Population im Bestand erhole, könne es passieren, dass sie sich die Tiere in Städten neue Reviere suchen. Wildschweine, Füchse und auch Waschbären kämen der Zivilisation so immer näher. Deshalb seien die Vögel auf der Insel auch nicht ganz sicher, sagt Dörrie: „Waschbären können ziemlich gut schwimmen.“ In Niedersachsen gibt es derzeit etwa 4500 Paare der Vögel. Das seien „erheblich mehr, als noch vor 50 Jahren“, so Dörrie. In den Niederlanden würde sich der Graureiher schon seit 30 Jahren in den Städten einnisten.

Von Florian Heinz

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