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In der JVA Rosdorf gedreht: Spielfilm über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche

„Das Schweigen der Kirche ist der Skandal“ In der JVA Rosdorf gedreht: Spielfilm über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche

Wer demnächst ins Kino gehen möchte, kann sich gleichzeitig im Inneren des Rosdorfer Gefängnisses umsehen: Der Spielfilm „Verfehlung“ wurde in großen Teilen in den Mauern der JVA Rosdorf gedreht.

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Sebastian Blomberg soielt die Rolle des Gefängnisseelsorgers Jakob Völz.

Quelle: Camino Filmverleih

Rosdorf. In dem Regiedebut von Regisseur Gerd Schneider geht es um das Thema des Umgangs der katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen. „Verfehlung“ erzählt die Geschichte von Gefängnisseelsorger Jakob Völz (gespielt von Sebastian Blomberg), der bei seiner Arbeit plötzlich auf einen guten Freund und Priesterkollegen trifft: Dominik Bertram (Kai Schumann) sitzt in Untersuchungshaft wegen des Verdachts auf Missbrauch von Jungen. Der Zwiespalt zwischen Ahnung und Nicht-Wissen-Wollen wird für Völz zur Zerreißprobe.

Er wollte „keinen düsteren Knast vom Ende des 19. Jahrhunderts zeigen“, sagt Regisseur Schneider. „Eher nüchtern und sachlich“ sollte die Szenerie sein und einen Eindruck vom modernen Strafvollzug vermitteln. Weil in Baden-Württemberg, wo die restlichen Szenen gedreht wurden, grundsätzlich nicht in Gefängnissen gedreht werden dürfe, sei er auf die Idee mit Rosdorf gekommen. Dort habe er seine Ideen für den Film umsetzen können – einschließlich des Einsatzes von 20 Laiendarstellern.

Etwa 15 davon seien Häftlinge gewesen, erklärte Anstaltsleiterin Regina Weichert-Pleuger bei der Vorstellung des Films am Montag. Nach einem entsprechenden Aushang habe sich jeder bewerben können. Die Bediensteten seien per E-mailüber die Möglichkeit informiert worden, in dem Film mitzuspielen.

Das Projekt „Verfehlung“ sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen, erklärte Schneider. Der Regisseur ist selbst studierter Theologe und hat das Priesterseminar besucht. „Die Missbrauchstaten sind furchtbar“, sagt Schneider, aber das Hauptthema seines Films sei der Umgang der Kirche damit: „Man kriegt das Bild nicht scharfgestellt. Das Schweigen der Kirche, das ist der Skandal.“ Angst und vorauseilender Gehorsam „haben ein Klima geschaffen, in dem diese ungeheuerlichen Vorgänge stattfinden konnten“.

Kinostart für Verfehlung war am 26. März. Wann der Film in die Göttinger Kinos kommt, ist noch unbekannt.

Weitere Infos im Netz unter ► camino-film.com

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