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"In der Ukraine sind Landesfarben normal"

Marktumfrage "In der Ukraine sind Landesfarben normal"

Patriotismus und Nationalismus: Die Grenzen beider Begriffe verschwimmen schnell. Darin sind sich viele Göttinger einig. Eine nationalistische Gesinnung aus der Nutzung von Nationalsymbolen während der Fußball-Europameisterschaft abzuleiten, hält der Großteil aber für überzogen. Deutschland-Trikot und Auto-Fähnchen: Das ist okay.

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Quelle: Hinzmann

Göttingen. Kritisch äußern sich lediglich Janes Grewer und Felix Helbich. „Ich finde es nicht so toll, weil es einen faden Beigeschmack hat, und Patriotismus schnell ins Negative umschlagen kann“, begründet Grewer, der sich die EM als neutraler Fußballfreund ansieht und keine Mannschaft anfeuert.

Janes Grewer

Quelle: Fabig

Helbich würde „eher ein Vereinstrikot als ein Deutschland-Trikot“ tragen, „weil ich mit den Party-Patrioten nicht auf einer Ebene stehen möchte.“ Der 22-Jährige versichert aber: „Ich habe nichts gegen Deutschland und finde Länderspiele trotzdem sinnvoll.“

Felix Helbich

Quelle: Fabig

Karla Meyer hat allenfalls ästhetische Schwierigkeiten mit Fahnen am Auto. „Das sieht nicht gut aus“, sagt die Rosdorferin. „Gegen junge Leute, die sich ein Trikot anziehen, spricht aber nichts. Die Nationalismus-Debatte ist übertrieben“, betont Meyer.

Karla Meyer

Quelle: Fabig

Auch Marius Kollros stößt sich nicht an Nationalsymbolen während der kontinentalen Titelkämpfe. „Für mich gehören Trikots dazu. Ein bisschen Nationalismus, wenn er sich im Rahmen hält, macht außerdem eine Nation aus“, so der 22-jährige angehende Politikstudent.

Alexander Pampel

Quelle: Fabig

Alexander Pampel studiert ebenfalls Politik, die Diskussion ist ihm jedoch „völlig Latte“. Wo sei das Problem, wenn jemand die Fahne aus dem Fenster hängt, solange er keine radikalen Hintergedanken habe? „Das Thema ist natürlich optimal für eine Partei, um den Medienhype zu nutzen und sich zu profilieren“, sagt Pampel, der auch Verständnis dafür hat, wenn Gäste im Trikot in bestimmten Bars unerwünscht sind, weil es nicht dem dortigen Dresscode entspricht.

Ähnlich sieht es Andreas Schepper: „Jeder hat das Recht, das anzuziehen, was er will. Sofern die EM nicht als politisches, sondern als sportliches Event betrachtet wird, ist es in Ordnung – wenn die Fahne anschließend wieder eingemottet wird.“ Der Göttinger bezweifelt, dass sich Ausländer an Deutschland-Fans im Trikot stören. „In Hannover kann ich mich doch auch mit einem Schalke-Trikot in die Bar setzen.“ In Dortmund mag man anders darüber denken.

Nastja Popova

Quelle: Fabig

„Ich fühle mich überhaupt nicht angegriffen. In der Ukraine ist es völlig normal, in Landesfarben herumzulaufen“, sagt Nastja Popova, die in Göttingen als Au-Pair arbeitet. „Es ist doch schön, wenn man unterscheiden kann, welchem Team die Leute die Daumen drücken“, untermauert die 21-jährige Anhängerin von Metalist Charkiw. „Solange es friedlich bleibt, ist alles gut.“

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Von Redakteur Rupert Fabig

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