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Indianer Wendell Yellow Bull und Cornel Conroy halten Vortrag in Göttingen

„Wir sind ein spirituelles Volk“ Indianer Wendell Yellow Bull und Cornel Conroy halten Vortrag in Göttingen

Einen Vortrag über das Leben der Oglala-Lakota-Indianer auf dem Pine-Ridge-Reservat Im US-Bundesstaat South Dakota haben Wendell Yellow Bull und der Oglala-Älteste Cornel Conroy gehalten. Zu der von der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) organisierten Veranstaltung kamen mehr als 50 Zuhörer.

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Wendell Yellow Bull (links) und Cornel Conroy

Quelle: SPF

Göttingen. Rund 40000 Menschen leben in dem rund 9000 Quadratkilometer großen Reservat im Präriestaat South Dakota im Mittleren Westen der USA. Sie sind die Nachfahren der Krieger, die 1876 in der berühmten Schlacht am Little Big Horn der 7.Kavallerie unter General George Custer eine vernichtende Niederlage zufügten. Wendell Yellow Bull ist der Ur-Ur-Enkel des Häuptlings Red Cloud und Hüter von dessen Pfeife, mit deren Rauch vor knapp 150 Jahren der Vertrag von Fort Laramie besiegelt wurde, der den Indianern die Black Hills als Heilige Berge zusicherte – ein Vertrag, den die US-Regierung nur wenig später brach.

Das Verhalten des Staates war eines der großen Themen des Vortrags. Mehr als 80 Prozent der Oglala-Lakotas würden unterhalb der Armutsgrenze leben, 30 Prozent als obdachlos gelten. Zwar sichere der Staat mit seinen Zuwendungen den Indianern das Überleben, jedoch habe er kein Interesse, dass sie der Armut entkämen. Denn täten die Indianer das, würden sie auf die Einhaltung der Verträge pochen und ihr an Holz, Gas- und Ölvorkommen reiches Land zurückfordern, sagte Wendell Yellow Bull.

Ein weiteres großes Thema war die Kultur der Oglala-Lakota. Ihre frühere Darstellung als Wilde sei selbstverständlich Unsinn. Aber auch heute noch herrschten viele falsche Vorstellungen, würden auch viele Menschen sie als unmündig ansehen und dementsprechend paternalistisch mit ihnen umgehen. Anders ausgedrückt: Was die Oglala-Lakota brauchen, wüssten sie selbst am allerbesten.

„Wir sind ein spirituelles Volk“, betonte Wendell Yellow Bull. Doch diese Spiritualität gehe allmählich verloren. Um dem gegenzusteuern, hat der studierte Soziologe ein Programm ins Leben gerufen, das den Mustang wieder im Leben der Kinder integrieren soll. Das damit verbundene Aufleben der alten Werte soll den jungen  Indianern dabei helfen, ihre eigene Identität wiederzufinden.

Für zwei weitere Projekte sammelt die GfbV Spenden: den Bau eines Reservat-Gemeindehauses sowie den Kauf von Heizmaterial für die langen, extrem harten Winter. Am Ende verabschiedeten sich die beiden Vortragenden mit „Wopila Tanka“: „Danke“. hr

Von Hauke Rudolph

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