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Mit der Waffe überm Kühlschrank

Indizienkette überführt Drogenhändler Mit der Waffe überm Kühlschrank

Eineinhalb Jahre auf Bewährung oder viereinhalb Jahre ins Gefängnis? Nach den Plädoyers im Prozess gegen einen 49-jährigen Einbecker wegen Drogenhandels sah sich dieser am Mittwoch im Göttinger Landgericht diesen Optionen gegenüber. Am Ende der Tages schickte das Gericht den Mann ins Gefängnis.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Einbeck. Dass die Strafzumessung zuvor so weit auseinandergegangen war, lag vorrangig daran, dass Staatsanwaltschaft und Verteidigung nicht nur von unterschiedlichen Vergehen sondern auch von einer unterschiedlichen Anzahl von Rechtsverstößen ausgingen. Der Angeklagte und sein Anwalt versuchten das Bild eines fünffachen Vaters und zweifachen Ex-Ehemannes zu zeichnen, der durch Schicksalsschläge von der Bahn abgekommen war und einmalig den Schmerz betäuben wollte – mit einem Kilo Amphetamin und ein bisschen Kokain. Die Pistole über dem Kühlschrank stamme aus einer Entrümpelungsaktion und sollte längst zur Polizei gebracht worden sein. Kein Drogenhandel, schon gar nicht mit Waffe.

Die fand die Polizei aber bei dem vielfach auch einschlägig vorbestraften Angeklagten kurz vor Weihnachten 2015 in dessen Einbecker Wohnung. Zusammen mit Munition,  Betäubungsmitteln, Verpackungsmaterial, einer Feinwaage, Viagra, einigen Laptops, Tablets und Handys. Zwei davon zerschlug der Angeklagte spontan vor den Augen der Polizisten. Sechs Wochen später bei einer weiteren Durchsuchung der Wohnung fand die Polizei wieder Drogen, wieder eine Waage, wieder Tütchen. 

Das nannte die Staatsanwältin "zwei Fälle von Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge" – einmal mit Waffe, einmal ohne. Der Richter nannte es "ein Stück aus dem Tollhaus" und verhängte vier Jahre Gefängnis. ms

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