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Infostand am Gänseliesel Göttingen über Charlie Hebdo

Charlie Hebdo Infostand am Gänseliesel Göttingen über Charlie Hebdo

Göttinger Journalisten haben am Sonnabend ihre Solidarität mit dem französischen Satiremagazin Charlie Hebdo bekundet und ein Signal für Presse- und Meinungsfreiheit gesetzt. Groß war das Interesse der Göttinger an dem Infostand am Gänseliesel gleich neben dem parallel abgehaltenen französischen Markt.

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Die Jorunalistinnen Sybille Bertram und Heidi Niemann lesen die neue Ausgabe des Satiremagazins Charlie Hebdo.

Quelle: Heller

Göttingen. Am Stand lagen zwei Originalhefte und zwei Kopien der begehrten neuen Charlie-Hebdo-Ausgabe zur Ansicht aus. „Der mörderische Anschlag auf die Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo war ein Anschlag auf die Presse- und Meinungsfreiheit.

Die Attentäter zielten nicht nur auf die Karikaturisten, Sie zielten auch auf unsere demokratischen Errungenschaften und Werte. Unabhängiger Journalismus ist eine zentrale Säule unserer freiheitlichen Gesellschaft. Diese Freiheit lassen wir uns nicht nehmen“, hieß es in einem von Heidi Niemann und Sybille Bertram verfassten Info-Blatt.

Die ursprüngliche Idee, 100 Hefte der neuen Charlie-Hebdo-Ausgabe zu verkaufen, scheiterte an den Lieferschwierigkeiten für das Heft. Sehr zum Bedauern der vielen Standbesucher, die gehofft hatten eines der Hefte hier zu ergattern. Bundesweit konnten bislang wegen der großen Nachfrage überhaupt nur 5000 Exemplare ausgeliefert werden.

„Die ganze Stadt stand unter Schock“

Es sei gut auf diese Art und Weise ein Zeichen zu setzen, kommentierte die Göttingerin Sabine Mohr die von Niemann und Bertram initiierte Aktion. Der Anschlag auf Charlie Hebdo habe sie sehr berührt. Auch die französische Studentin Laura Guenin aus Paris interessierte sich für das neue Heft.

Unmittelbar nach dem Anschlag habe ihre Mutter sie am Telefon sofort über die Geschehnisse in Paris informiert. „Die ganze Stadt stand unter Schock“, sagte die 22-jährige Master-Studentin. Sie selbst kann sehr über den Humor von Charlie Hebdo lachen. Das Gute an dem Heft sei, dass es eben nicht nur den Islam kritisiere, sondern auch andere Religionen, etwa den Katholizismus.

„Und wenn es mir doch mal zu vulgär wird, schaue ich weg und blättere weiter“, sagt die Katholikin Guenin. Aber es gab auch kritische Stimmen am Stand. Die Karikaturisten sollten jetzt nicht noch weiter provozieren, war der Tenor.

Anne Kremmers, Leiterin des Pressehauses Tonollo in der Weender Straße, musste am Sonnabend bereits um kurz nach 7 Uhr den ersten Kunden, der ein Heft von Charlie Hebdo kaufen wollte, vertrösten. Die Liste der Vorbestellungen war lang, die Nachfrage nach dem Heft sei „ins Uferlose“ gegangen, berichtet Kremmers.

Die Reaktion der enttäuschten Kunden reichte von Verständnis bei Verärgerung. Wann die neue Ausgabe in Deutschland erscheinen wird ist noch ungewiss. Nach dem die Auflage des Heftes, von dem normalerweise nur 60000 Exemplare erscheinen, zunächst von drei auf fünf Millionen erhöht worden war, kündigte der Verlag weitere zwei Millionen Exemplare an. Inzwischen lässt sich das Heft auch über Smartphone-Apps digital herunterladen.

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