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Papierfliegerbau im Physikunterricht

Ingenieure experimentieren Papierfliegerbau im Physikunterricht

Zauberhafte Physik nennt sich ein Projekt, das Birgit Kuhlmann mit Ehrenamtlichen in zwei Göttinger Grundschulen umsetzt. Ingenieure und Naturwissenschaftler experimentieren gemeinsam mit drei bis fünf Kindern. So machen sie Physik begreifbar und wollen Interesse an technischen Berufen wecken.

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Erforscht gemeinsam Drittklässlern den Auftrieb: Maschinenbauer Jens Kirchhoff.

Quelle: mic

Göttingen. Eine Spirale schneiden Frieda und Melina, die die Klasse 3c der Lohbergschule besuchen, aus einem Stück Papier aus. Durch die Mitte ziehen sie einen Faden, wie sie es eben in der Anleitung gelesen haben. Dann fordert sie Matthias Vollmer, ein Maschinenbau-Ingenieur, auf, die Spirale über ein brennendes Teelicht zu halten. Sie beginnt sich, wie von Zauberhand berührt, zu drehen. „Heiße Luft ist leichter als kalte Luft und steigt daher auf“, erklärt Vollmer. So entsteht ein Luftstrom, der das Papier in Bewegung setzt.

Der Luftstrom eines Teelichts bringt Papierspiralen zum Drehen: Frieda (links) und Melina.

Der Luftstrom eines Teelichts bringt Papierspiralen zum Drehen: Frieda (links) und Melina.

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Ein Zimmer nebenan, baut Jens Kirchhoff, Dozent für Maschinenbau, mit vier anderen Schülern Papierflieger. An der Spitze befestigen sie jeweils eine Büroklammer. „So verlagern wir den Schwerpunkt nach vorne“, erklärt Kirchhoff. Durch ein gestanztes Loch ziehen die Kinder ein Gummiband, mit dem sich der Flieger nach vorne katapultieren lässt. Finn jagt seinen Flieger durch den Raum. „Die Geschwindigkeit erzeugt Auftrieb, wird der Flierger langsamer, fällt er aufgrund der Erdanziehung zu Boden“, erläutert der Maschinenbauer.

Kuhlmann lässt eine weitere Gruppe aus Kaffeefiltern Kreise ausschneiden. In der Mitte machen die Kinder schwarze Punkte. Dann lassen sie das Papier Wasser aus einem Schraubdeckel ansaugen. Die Punkte zerlaufen, Farben werden sichtbar. „Das Wasser zerlegt das Schwarz in seine farbigen Bestandteile und transportiert sie mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten im Blatt“, führt die Ingenieurin aus.

„Die Experimente hat Maren Heinzerling seit 2007 an Berliner Grundschulen entwickelt“, berichtet Ingenieurin Eva Knappe. Die Bezirksgruppe Hannover des Vereins deutscher Ingenieure hat das Projekt nach Göttingen geholt. Seit Februar 2016 finden die Experimente in den dritten und vierten Klassen der Lohbergschule statt. Später kam die Weender Wilhelm-Henneberg-Schule dazu. Auch eine Grundschule in Duderstadt ist interessiert.

„Das ist eine tolle Ergänzung zum Unterricht“, meint Tina Rauch, die Klassenlehrerin der 3c. Dass Ingenieure und Naturwissenschaftler in die Schule kommen, sei für die Kinder etwas Besonderes. Mit dem Durcharbeiten der Anleitung übten sie Lesen. Das Experimentieren mache ihnen sichtlich Spaß.

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