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Ingrid Rüngeling wirbt für „Aufstand der Dörfer“

Empörung über Raumordnungspläne Ingrid Rüngeling wirbt für „Aufstand der Dörfer“

„Nur den Tischler im Dorf will uns der Landkreis noch lassen; den brauchen wir auch zum Zimmern der Särge“, sagt Schedens Bürgermeisterin Ingrid Rüngeling (Freie Wähler). Mit bitterem Sarkasmus spricht sie über die Entwürfe der Raumordnungsprogramme für das Land Niedersachsen und den Landkreis Göttingen, zu denen die Städte und Gemeinden Stellung nehmen sollen.

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Raumordnungsprogramme für das Land Niedersachsen und den Landkreis Göttingen stehen in der Kritik.

Quelle: Hinzmann (Symbolfoto)

Scheden / Jühnde / Niemetal. „Darin finden sich Bekenntnisse zur Entwicklung des ländlichen Raums, aber gleichzeitig sollen neue Wohnungen und Gewerbefläche nur noch in zentralen Orten entstehen, in Göttingen, Bovenden und Rosdorf sowie in Duderstadt und Hann. Münden“, schimpft Rüngeling.

Wenn ein Dorf fünf Bauplätze ausweisen wolle, müsse es die dreifache Fläche freigeben, erläutert die Bürgermeisterin. Gleichzeitig würden Fördergelder aus Programmen wie „Kleine Städte und Gemeinden“ zugunsten zentraler Orte zusammengestrichen. Firmen, die im ländlichen Raum investierten, erhielten keine Förderung mehr. 

Land und Landkreis wollen so die Zersiedelung des ländlichen Raums stoppen und sich auf den demografischen Wandel vorbereiten, erfuhr Rüngeling auf Nachfrage. Eine Zersiedlung liege auch nicht im Interesse der Dörfer, hält die Bürgermeisterin dagegen. Und der demografische Wandel beschleunige sich, wenn junge Familien auf dem Land nicht mehr bauen könnten und keine Arbeit mehr fänden. Die Freie Wählerin hofft auf einen „Aufstand der Dörfer gegen die Städtelobby“.

„Volle Unterstützung“ kündigt Jühndes Bürgermeister Dietmar Bode (SPD) an. Vielen Kommunalpolitikern sei die Brisanz der Entwürfe nicht bewusst. Mehrere 100 Seiten stark und trocken geschrieben seien die Raumordnungsprogramme. Auch der Niemetaler Gemeindedirektor Helgo Schröder (CDU) ist entsetzt. Nicht einmal mehr Bebauungspläne sollten die Dörfer aufstellen dürfen.

Von Michael Caspar

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