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Inkasso-Unternehmen setzt Rosdorferin unter Druck

Vorwurf: Porno heruntergeladen und verbreitet Inkasso-Unternehmen setzt Rosdorferin unter Druck

Nach wie vor treiben Abmahnanwälte ihr Unwesen. Jetzt traf es eine Frau aus Rosdorf. Der Vorwurf: Sie soll einen Porno-Film aus dem Internet heruntergeladen und über ihren Rechner anderen Nutzern per Filesharing zur Verfügung gestellt haben.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Rosdorf. Vor gut fünf Jahren erhielt die Rosdorferin ein Schreiben einer Anwaltskanzlei aus Augsburg, Wegen des Vorwurfs sollte sie wegen der angeblichen Urheberrechtsverletzung eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgeben und mehrere hundert Euro bezahlen. Dann sei die Sache erledigt.

 

300 statt 600 Euro

 
Doch die Frau dachte gar nicht daran. Zum Zeitpunkt der angeblichen „unerlaubten Verwertung“ war sie gar nicht zu Hause. Die Folge: Sie ging zum Anwalt. Der teilte der Augsburger Kanzlei mit, außerdem sei ausgeschlossen, dass andere den Internet-Anschluss der Frau in dieser Zeit genutzt haben könnten. Außerdem sei ihr WLAN-Anschluss gegen Fremdeinwahl ausreichend gesichert.

 
Dann war erst einmal Ruhe, die Rosdorferin dachte, die Sache sei erledigt. Dann kam im November ein Schreiben von dem Inkasso-Unternehmen Debcon aus Witten. Sie könne „die Einleitung weiterer kostenverursachender Maßnahmen durch Zahlung des Betrages in Höhe von EUR 600“ vermeiden – auch in Raten.

 

„Das kostet Nerven, vor allem aber Geld“

 
Der neue Göttinger Anwalt der Betroffenen lehnte auch dies ab. Wieder Ruhe. Dann Anfang Juli dieses Jahres ein neues Schreiben der Debcon, mittlerweile ansässig in Bottrop. Das Inkassobüro verwies auf „die neue höchstrichterliche Rechtssprechung“, die zu Lasten der Frau gehe, aber „die Rechtsposition der Rechteinhaber enorm stärken“. Dennoch ging die Debcon mit ihrer Forderung auf 300 Euro herunter.

 
Zahlen will die Frau weiterhin nicht. Das sei richtig, meint die Göttinger Verbraucherzentrale. Nur auf einen Mahnbescheid müsse der Betroffene reagieren und Widerspruch innerhalb von 14 Tagen einlegen. Man kann auch mit der Drohung kontern, den Abzockern eigene Unkosten wie Anwaltsgebühren, verlorene Arbeitszeit und Portogebühren in Rechnung zu stellen. Wer unsicher ist, kann sich in der Verbraucherzentrale Göttingen, Papendiek 24 - 26, Rat holen.
Die Rosdorferin ist sich keiner Schuld bewusst. Angesichts der Rechtslage fühlt sich ihr Ehemann zwar einigermaßen beruhigt, aber: „Das kostet Nerven, vor allem aber Geld.“

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