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Institut für Demokratieforschung stellt Buch "Das gekränkte Gänseliesel" vor

"Göttingen kennenlernen" Institut für Demokratieforschung stellt Buch "Das gekränkte Gänseliesel" vor

Von der „Gendarmen-Affäre“ über die Göttinger Sieben bis hin zum ganz aktuellen Streit um den Kragenbären – Göttingen ist im Verlauf seiner Geschichte mehrfach Schauplatz von Skandalen geworden. Das Institut für Demokratieforschung hat ihnen jetzt das Buch „Das gekränkte Gänseliesel“ gewidmet.

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Bei der Buchvorstellung

Quelle: Pförtner

Göttingen. Das Buch, das die Institutsmitarbeiter vergangene Woche in der Historischen Sternwarte vorgestellt haben, ist das vierte Buch des Instituts mit Bezug auf die Stadt Göttingen. Dieses Mal ist es jedoch eines, das „kein so glorioses Licht auf unsere Stadt wirft“, wie es Martina Kayser vom Verlag Vandenhoeck und Ruprecht, der das Buch verlegt, formulierte.

Und auch Mitherausgeberin Teresa Nentwig stellte fest: „Einige Skandale bringen einen zum Schmunzeln, andere hingegen stimmen den Leser nachdenklich.“ Zum Beispiel der Göttinger Organspendeskandal, in dessen Folge die Anzahl der Organspender dramatisch gesunken sei.

„Unabhängig vom jeweils eigenen Charakter der 27 Geschichten, lassen die Skandale den Leser die Stadt Göttingen noch einmal ganz neu kennenlernen“, sagte Nentwig. Sie selbst sei zwar gebürtige Göttingerin, habe allerdings bei der Recherche für das Buch viele neue Dinge über die Stadt gelernt.

Das Buch selbst ist kein hochwissenschaftliches Buch, genau wie sich die Buchvorstellung von gewöhnlichen, manchmal drögen, wissenschaftlichen Vorträgen oder Lesungen abhob. Neben den oft lebendig vorgetragenen Kapiteln, und den musikalischen Einlagen der eigenen Institutsband - passend zur Geschichte um den „Göttinger Kessel“ spielte sie den Hausbesetzer-Klassiker „Rauch-Haus-Song“ von Ton, Steine, Scherben - , war vor allem die Lesung von Felix Butzlaff, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut, ein Highlight.

Den Skandal um das Attentat auf Oberstudienrat Adolf Kraus im Jahr 1963, arbeitete Butzlaff nicht als Beobachtung auf, er schilderte die Ereignisse der Nacht aus der Sicht von Kraus. In einer dichten Prosaerzählung nimmt Butzlaff den Leser mit auf den letzten Spaziergang Kraus – und ließ es sich nicht nehmen, an der spannendsten Stelle das Buch zuzuklappen. „Und dabei belasse ich es jetzt. Den Rest können Sie ja dann im Buch lesen.“

Franz Walter, Teresa Nentwig (Hg.): „Das gekränkte Gänseliesel 250 Jahre Skandalgeschichten in Göttingen“. 332 Seiten mit 34 Abb.. ISBN 978-3-525-30080-0. Vandenhoeck & Ruprecht. 14,99 Euro.

Von Benni Köster

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