Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Internationaler Museumstag in der Region Göttingen

„Museen. Gesellschaft. Zukunft.“ Internationaler Museumstag in der Region Göttingen

Am Sonntag, 17. Mai, ist Internationaler Museumstag. In diesem Jahr lautet das Motto: „Museen. Gesellschaft. Zukunft.“ Seit 1977 zeigen Sammlungen an diesem Tag ihre Ausstellungen, bieten besondere Programme an. Auch in der Region ist einiges los. Britta Bielefeld hat eine Auswahl zusammengestellt.

Voriger Artikel
Hebamme darf trotz Abrechnungsbetrugs wieder arbeiten
Nächster Artikel
Schwarz-Grüne Hanf-Initiative stößt in Göttingen auf geteiltes Echo

Webstuhl im Heimatmuseum Duderstadt: Hier wird am „Museumstag“ gewebt und gesponnen.

Quelle: Schauenberg

Göttingen. Der Internationale Museumstag steht im Jahr 2015 unter dem Motto „Museum, Gesellschaft, Zukunft“. Das Duderstädter Heimatmuseum wird sich rund um das Thema „Weben und Spinnen“ mit der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung eines alten Handwerks beschäftigen.

„Das Stroh-zu-Gold-spinnen ist nicht nur eine Fantasievorstellung aus dem Märchen, sondern hat einen realen Hintergrund. Aus dem Flachsstroh entsteht in vielen aufwendigen Arbeitsschritten ein edler Leinenstoff“, sagt Weber Gerhard Kalden, der am Museumstag in Duderstadt sein traditionelles Handwerk vorstellen wird.

„Flachs wird heute kaum noch angebaut. Der Museumstag bietet sich an, um Wissen zu bewahren und an nachfolgende Generationen weiterzugeben“, sagt Kalden. Knapp zwei Wochen lang habe er einen Webstuhl vorbereitet, an dem auch Kinder arbeiten könnten. Auch das Spinnen von Flachs soll vorgestellt werden. „Kinder wollen anfassen und begreifen“, weiß Kalden und schafft Möglichkeiten zum Ausprobieren, aber auch zum Austausch mit der älteren Generation, die bis zum Zweiten Weltkrieg vielleicht noch den Flachsanbau miterlebt habe.

„Nur sieben Prozent der gesamten Flachsernte wird zu Fasern verarbeitet“, verdeutlicht Kalden den Wert der Pflanze, die die Grundlage für strapazierfähigen und schmutzabweisenden Leinenstoff bietet. Mitte des 19. Jahrhunderts verdrängte die Industrialisierung den häuslichen Webstuhl allerdings zunehmend. Weber konnten ihre Familien nicht mehr ernähren, und es kam zu Aufständen. Heute gewinne laut Kalden eher die therapeutische Maßnahme des Arbeitens mit der Hand an Bedeutung. Der Kopf komme dabei zur Ruhe, mit dem Handwerk werde ein erreichtes Ziel sicht- und greifbar und Spaß mache das Weben und Spinnen außerdem.

museumstag.de

Von Claudia Nachtwey

Programm in den Uni-Sammlungen

Göttingen. Unter dem Motto „Kunst, Werkzeug, Müll?“  präsentiert die Universität am Sonntag, 17. Mai, ihre vielfältigen Sammlungen. Besucher können in der Lehrsammlung für Ur- und Frühgeschichte auf Spurensuche gehen oder im Rechnermuseum etwas über Computertechnik erfahren. Die Zentrale Kustodie bietet um 13 Uhr im Auditorium einen Vortrag über das zukünftige Göttinger Wissenschaftsmuseum, in der Sammlung der Gipsabgüsse antiker Skulpturen führen studentische „Livespeaker“ durch die Sammlung. In der Ethnologischen Sammlung gibt es die Kinderaktion „Origami: die Kunst des Papierfaltens aus Japan“. Diese und viele andere Aktionen in den Sammlungen gibt es von 10 bis 16 Uhr.

gturl.de/sammlungen

 
Programm: Von Alfeld bis Volpriehausen

Alfeld : Im Unesco-Weltkulturerbe Faguswerk werden von 10 bis 16 Uhr Erkundungstouren des Werkgeländes mit dem neuen Audioguide und Führungen angeboten. Zudem sind die Fagus-Gropius-Ausstellung und die Fagus-Galerie mit der Sonderausstellung „In der Tiefe der Vergangenheit“ geöffnet.
Fagus-GreCon, Hannoversche Straße 58, Telefon 0 51 81 / 790.
Im Stadt- und Tiermuseum Alfeld werden von 10 bis 17 Uhr Streifzüge  und Aktionen für Kinder (Wir basteln ein Tierdiorama) angeboten. Um 11.15 Uhr wird die  Ausstellung „Wilhelm Raabe im Weserbergland“ im Stadtmuseum eröffnet.
Museum der Stadt Alfeld, Am Kirchhof 4/5, Telefon 051 81 /  8 07 08 20.
Duderstadt : Im Heimatmuseum dreht sich von 11 bis 17 Uhr alles rund ums Weben. Ein Weber webt am historischen Webstuhl und zeigt die Garnvorbereitung. Von 11 bis 15 Uhr  gibt es Mitmachaktionen für Kinder (Webrahmen basteln und weben) und eine Märchenlesung  mit Bastelstunde zum Thema Dornröschen. Eine Verlosung steht um 16.45 Uhr auf dem Programm.
Heimatmuseum Duderstadt, Bei der Oberkirche 3, Telefon 0 55 27 / 25 39 oder 0 55 27 /  84 11 32.
Ebergötzen : Im Europäischen Brotmuseum wird von 10 bis 17 Uhr die Sonderausstellung „Menschen und Brot“ gezeigt. Von 11 bis 16 läuft eine Backaktion, unter dem Motto „Traditionelles Backhandwerk – gestern, heute und morgen“ wird Sauerteig-Fladenbrot im Holzofen gebacken. Kinder können von 11 bis 15 Uhr eine Museumsrallye unternehmen.
In der Mühlenscheune der Wilhelm-Busch-Mühle (100 Meter entfernt) findet ab 12 Uhr ein Bücherflohmarkt statt. Um 15 Uhr beginnt eine Lesung zum Thema „Kulinarisches mit Wilhelm Busch“.
Europäisches Brotmuseum,  Göttinger Straße 7, Telefon 0 55 07 / 99 94 98, Wilhelm-Busch-Mühle, Mühlengasse 8, Telefon 0 55 07 / 71 81.

Fredelsloh : Mitmachaktionen rund um den Rohstoff Ton bietet das Keramikum von 11 bis 17 Uhr. Es können Tonfiguren geformt und Drehscheiben ausprobiert werden.
Keramikum, Am Kapellenbrunnen 5, Telefon 0 55 55 /  3 93 00 67.
Göttingen : Im Tapetensaal des Städtischen Museums hält Cordula Tollmien um 11.30 Uhr     einen Vortrag über „Das Vermächtnis des Max Raphael Hahn – Göttinger Bürger und     Sammler. Eine Geschichte von Leben und Tod, mutiger Beharrlichkeit und der fortwirkenden Kraft der Familientradition.“  
Städtisches Museum, Ritterplan 7 / Telefon 05 51 / 4 00 28 43 und 4 00 28 45.
Hann. Münden : Mitmachaktionen rund um das Thema „Tiere im Schloss“ bietet das Städtische Museum  von 11 bis 17 Uhr an. Auf dem Program  stehen eine Druck- und Fliesenmalwerkstatt, eine tierische Welfenschlossrallye, Vorlesen von Tiermärchen und Tiergeschichten, Schmieden für Kinder auf dem Schlossplatz und die Sonderausstellung „Süße Löffel – Schokoladenhasen und ihre Verwandten“.
Städtisches Museum, Schlossplatz 5, Telefon 0 55 41 / 7 52 02 oder 7 53 48.
Herzberg : Verschiedene Führungen oder eine Schlossrallye durch das Schlossmuseum  werden von 10  bis 17 angeboten. Dazu gibt es die Aktion „Mit Gugel, Kappe und Filzhut“. Besucher können Kopfbedeckungen aus Mittelalter, Renaissance und Barock probieren und ein  Erinnerungsfoto mit nach Hause nehmen. Um 15 Uhr beginnt eine Veranstaltung der Göttinger Händelfestspiele: Hille Perl & Lee Santana spielen im Rittersaal Werke von Händel, Weiss, Hoefflerus, Ruhe und Schenk. Welfenschloss, Schloss 2, Telefon 0 55 21 / 47 99 und 85 22 16.
Northeim : Im Heimatmuseum  wird um 11.30 Uhr die Sonderausstellung „Flower Power – Keramik der 70er-Jahre von Fürstenberg, Carstens & Co“ eröffnet. Zur Einführung spricht Thomas Krueger vom Museum im Schloss der Porzellanmanufaktur Fürstenberg. Das Museum ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet
Heimatmuseum, Am Münster 32 / 33, Telefon 0 55 51 / 6 50 60
Obernfeld : Im Heimatmuseum ist von 11 bis 17 Uhr ein Stehcafé mit historisch gebacken  Waffeln geöffnet. Für Kinder wird von 14 bis 17 Uhr das Quiz Museumsmäuse  angeboten.
Heimatmuseum, Kirchgasse 8, Telefon 0 55 27 / 29 19
Osterode : Im Museum im Ritterhaus  wird um 11 Uhr die Ausstellung  „Heimatbilder. Osterode am Harz im Wandel – Gesichter unserer Stadt“ eröffnet.
Museum im Ritterhaus, Rollberg 32, Telefon 0 55 22 /  91 97 93.
Seesen : Ein Museumsfest läuft von 14 bis 17 Uhr im Städtischen Museum. Um 15 Uhr beginnt eine Familienführung durch die Sonderausstellung. „Alles koscher – das Brot der Juden“ mit Kostproben jüdischer Köstlichkeiten.
Städtisches Museum, Wilhelmsplatz 4, Telefon 0 53 81 / 4 88 91.
Seesen-Mechtshausen : Im Wilhelm-Busch-Haus wird von 12 bis 17 Uhr die Sonderausstellung „Max und Moritz – vom Bild zum Original” gezeigt. Mechthild und Michael Staemmler  vom Theater Gingganz präsentieren Exponate anlässlich des 150. Geburtstages von Max und Moritz. Im Garten wird ein Dachbodenmarkt mit alten Schätzen veranstaltet.
Wilhelm-Busch-Haus, Pastor-Nöldeke-Weg 7,  Telefon 0 53 84 / 9 08 86.
Volpriehausen : Im Kali-Bergbaumuseum finden von 14 bis 17 Uhr Führungen statt. Zudem werden aus Anlass des Kriegsendes vor 70 Jahren um 14 Uhr zwei Rundgänge durch die Stätten der Munitionsfertigung und Zwangsarbeit angeboten. Anmeldungen unter Telefon 0 55 73 / 541.
Bergbaumuseum Volprieausen, Wahlbergstraße 1.

 
Zurück in die 50er
Zeitreise in die 50er-Jahre: die Tiedexer Straße in Einbeck. RL

Zeitreise in die 50er-Jahre: die Tiedexer Straße in Einbeck. RL

Quelle:

Einbeck . Unter dem Motto „Raus auf die Straße – rein in die 50er“  organisieren das Stadtmuseum Einbeck und der PS-Speicher am Sonntag, 17. Mai, eine Zeitreise in die 50er-Jahre. Von 12 bis 16 Uhr wird auf der Tiedexer Straße – der Verbindung zwischen beiden Häusern – eine alte Straßenansicht mit zeittypischen Fahrzeugen zum Leben erweckt.

Startpunkt für die gemeinsame Aktion ist das Stadtmuseum. Dort stehen ab 12 Uhr in regelmäßigen Abständen Führungen durch die Sonderausstellung „Einbeck – Stadt im Wandel“  auf dem Programm. Zu sehen sind Fotografien und Erinnerungen aus den 50er-Jahren. Anschließend können Besucher in der Tiedexer Straße Teile des damaligen Straßenbildes werden.  Zum Abschluss heißt es im PS-Speicher „der große Traum vom kleinen Auto“. Bei einer Führung durch die Sonderausstellung zu Klein- und Kleinstwagen der Wirtschaftswunderzeit erleben die Gäste laut der Veranstalter, „wie es den farbenfrohen Flitzern in den 50ern allmählich gelang, sich zum Volks- und Familienfahrzeug zu mausern.“  bib

 
Todesmärsche und SS

Nordhausen . In der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora hält Stefan Hördler um 11 Uhr einen Vortrag zu dem Thema „Zwischen Nordhausen und Torgau: KZ-Wachmannschaften aus der preußischen Provinz Sachsen“. Der Leiter der Gedenkstätte geht darin unter anderem auf die frühen Formationen und Netzwerke der Schutzstaffel der NSDAP ein. Die erste Führungsriege beeinflusste das Personalsystem der SS und förderte Karrierewege. Zahlreiche Angehörige dieser SS-Standarten wurden später Lager- und Truppenführer sowie KZ-Kommandanten. Täterforschung zählt zu den inhaltlichen Schwerpunkten, die künftig in Mittelbau-Dora ausgebaut werden sollen.

Um 14 Uhr führt Nadine Jenke durch die neue Sonderausstellung „Zwischen Harz und Heide. Todesmärsche und Räumungstransporte im April 1945“. Bei der Ausstellung handelt es sich um ein Kooperationsprojekt mit der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Treffpunkt und Beginn der Führung ist am Eingang der ehemaligen Feuerwache. Außerdem finden um 11, 13, 15 und 16 Uhr Führungen für Besucher statt. bib

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“