Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Internet-Verbrechen: Immer mehr Fälle

Polizei registriert mehr Betrugsdelikte Internet-Verbrechen: Immer mehr Fälle

In vielen Deliktsbereichen verzeichnet die Polizei weniger Straftaten. Betrügereien aber beschäftigen die Ermittler der Polizeidirektion Göttingen immer häufiger. An dieser Entwicklung hat die Internet-Kriminalität großen Anteil.

Voriger Artikel
Duderstadt: Schwierige Bergung nach spektakulärem Unfall
Nächster Artikel
Kinderleiche aus dem Moor gibt Geheimnisse preis

Kriminelle profitieren von der Anonymität im Internet.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Rund 130 000 Euro sollen drei Studenten mit einer Betrugsmasche im Internet erbeutet haben: Über eine Adresse, die Fabrikeinkäufe versprach, lockten sie Kunden auf eine gebührenpflichtige Seite und verschickten Rechnungen in Höhe von 89 Euro.

Ein Betrugsfall der Göttinger Polizei – und laut Polizeipräsident Robert Kruse nur eine von vielen Varianten des Internet-Betruges, die 2009 im Bereich der Polizeidirektion Göttingen aufgedeckt wurden: „Das Medium spielt für Straftäter eine immer größere Rolle.“

12642 Betrugsfälle verzeichnet die Kriminalstatistik auf Direktionsebene. Viele davon im Internet. Nicht nur für Waren- und Kreditbetrug nutzen Kriminelle das World Wide Web. Auch Urheberrechtsverletzungen und Kinderpornografie zählen zu den Verbrechen der Computer-Kriminellen. Um 470 Prozent hat sich die Zahl der im Internet begangenen Straftaten (im vergangenen Jahr 5570 in den fünf Polizeiinspektionen) seit 2005 erhöht.

„Die Anonymität des Internet ist zunehmend attraktiv für Straftäter“, meint Kruse. Zu Unrecht: „Wir haben in diesem Bereich ganz gut aufgerüstet.“ Bei Betrug betrage die Aufklärungsquote der Direktion, die deliktübergreifend fast 62 Prozent erreiche, immerhin knapp 86,4 Prozent.
Innerhalb der Polizeiinspektion (PI) Göttingen ist sie sogar noch höher: Fast 88 Prozent aller Betrügereien (2009: 4052 Fälle) werden von Göttinger Ermittlern aufgeklärt. Um der steigenden Zahl von Internet-Delikten zu begegnen, „werden personelle Kapazitäten verlagert“, sagt Volker Warnecke, Leiter des zentralen Kriminaldienstes der PI Göttingen.

Einen massiven Anstieg der Internet-Kriminalität haben auch die Mitarbeiter der PI Northeim festgestellt: „2005 waren es rund 300, 2009 mehr als 1000 Fälle“, berichtet Klaus Häuser, Leiter des zentralen Kriminaldienstes.

Weil die Deliktzahlen und Datenmengen seit Jahren steigen, wurde auch in Northeim das Personal zur Ahndung von Betrugsfällen aufgestockt. Bei einer Fallzahl von 2133 Taten (311 mehr als im Vorjahr) erreichten die dortigen Ermittler eine Aufklärungsquote von mehr als 89 Prozent.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Weihnachtsdeko in Göttingen und Umgebung