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Iris Herpers restauriert Göttinger Madonna

Kirchenschatz Iris Herpers restauriert Göttinger Madonna

Die „Madonna mit dem Kind im Strahlenkranz“ geht auf Reisen. Die Figur aus dem Städtischen Museum soll als Leihgabe an das Landesmuseum Hannover ab Oktober zu sehen sein. Seit Montag bereitet Diplom-Restauratorin Iris Herpers vom Landesmuseum die reichverzierte Statue auf den Transport vor.

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Filigrane Arbeit: Restauratorin Iris Herpers arbeitet an der „Madonna mit dem Kind im Strahlenkranz“, Museumsleiter Ernst Böhme sieht zu.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Mit ruhiger Hand, feinem Pinsel und weichem Schwamm fährt Herpers über die filigranen Schnitzereien der waagerecht auf einem Tisch liegenden Figur. Herpers Hauptaufgabe in den dreieinhalb Tagen, die für die Restaurierung vorgesehen sind, ist es, Farbe, die abblättert und die sich beim Transport komplett von der Figur lösen könnte, festzukleben. Wie der unbekannte Künstler nimmt sie dafür natürliche Klebemittel – etwa Störleim oder Stärkeether.

 
Wenn Herpers ihre Arbeit beendet hat, kümmert sich eine Spezialfirma um den sicheren Transport nach Hannover. Dort verbringt der Kirchenschatz dann einige Zeit in einer mit Stickstoff gefüllten Kammer, um mögliche Schädlinge, die sich in der Figur befinden, abzutöten. Die „Madonna mit dem Kind im Strahlenkranz“ ist um das Jahr 1750 entstanden. Sie gilt als eines der herausragenden Objekte im Kirchenkunstbestand des Städtischen Museums und ist um die Wende zum 20. Jahrhundert in den Museumsbestand gelangt. Herpers bescheinigt der Figur einen für das Alter sehr guten Erhaltungszustand. „Ein Spitzenstück“, das durch seinen Originalzustand und die üppige Glanz- und Mattvergoldung auffällt.

 

Foto: Hinzmann

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Fast zwei Meter ist die Göttinger Madonna groß und mehr als einen Meter breit, knapp 70 Kilogramm wiegt sie. Wer sie vor mehr als 260 Jahren geschnitzt hat, ist nicht mehr bekannt. Sie stammt aus Teistungenburg und stand später auch in Gerblingerode im Eichsfeld.

 
Ob die Madonna tatsächlich, wie das Museum annimmt, aus Lindenholz geschnitzt wurde, soll eine Untersuchung einer Holzprobe endgültig klären.

 
Die Schau „Madonna. Frau-Mutter-Kultfigur“ ist ab dem 16. Oktober bis voraussichtlich 14. Februar im Landesmuseum zu sehen.

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