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„Irritierend und frustrierend“

Flüchtlingshelfer werfen Stadt mangelndes Engagement vor „Irritierend und frustrierend“

Freiwillige Flüchtlingshelfer aus der Unterkunft in der ehemaligen Voigtschule werfen der Stadt Göttingen vor, sich nicht an Absprachen zu halten. Die Stadt dementiert aber, überhaupt Ausnahmeregelungen für zwei hochschwangere Frauen aus Albanien zugelassen zu haben.

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Die Göttinger Voigtschule.

Quelle: CH

Göttingen. Mitte Februar hatten die Helfer angesichts der hygienischen Zustände im Gebäude der der Voigtschule Alarm geschlagen und gefordert, die beiden Ehepaare, die im März und April Eltern werden sollten, anderweitig unterzubringen. Nach einem Gespräch zwischen der Stadtverwaltung, Mitarbeitern des Unterkunftbetreibers Bonveno und den Ehrenamtlichen habe sie gedacht, es sei „alles in trockenen Tüchern“, berichtet Kristina Becker.

Der Ehrenamtlichen zufolge war dort Thema, eines der Paare in einer Wohnung in Adelebsen unterzubringen, die Stadt habe dem nicht widersprochen. In Zusammenarbeit mit Bonveno haben die Ehrenamtlichen daraufhin die Anmietung der Wohnung organisiert. Die Familie sei Anfang März dorthin umgezogen und lebe mit dem mittlerweile geborenen Kleinkind dort.

Becker schildert, nun habe die Stadtverwaltung mitgeteilt, dass sich das Ehepaar dort „unrechtmäßig aufhält“ und zurück in eine Gemeinschaftsunterkunft müsse - eine Aussage, die sie „irritierend und frustrierend“ findet. Verwaltungssprecher Detlef Johannson zufolge „gab und gibt“ es allerdings keine Mietzusage der Stadt, weil für die Familie eine Wohnsitzauflage für die Stadt Göttingen gelte. Darauf habe die Sozialverwaltung die Ehrenamtlichen auch hingewiesen, so Johannson weiter.

Für eine weitere Familie aus der ehemaligen Voigtschule hatte die Ehrenamtliche Rabea Westphal nach eigenen Angaben eine Wohnung im Stadtgebiet gefunden. Obwohl die Niederkunft unmittelbar bevorstehe, habe ihr am Mittwoch plötzlich ein Mitarbeiter der Verwaltung mitgeteilt, dass ein Antrag auf einen Umzug abgelehnt werden würde, berichtet sie. Ihr zufolge begründete dieser das damit, dass Familien vom Balkan keine eigene Wohnung bekämen.

Ob das grundsätzlich für Flüchtlinge aus sogenannten sicheren Herkunftsländern gelte, beantwortete Johannson auf Anfrage nicht. Stattdessen verwies er darauf, dass Umzüge zwischen verschiedenen Flüchtlingsunterkünften nach Absprache mit Bonveno möglich seien. hö

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