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Ja zum Kunstquartier in der Düsteren Straße in Göttingen

Rat bringt Millionenprojekt auf den Weg Ja zum Kunstquartier in der Düsteren Straße in Göttingen

Gegen die Stimmen der CDU/FDP-Ratsgruppe hat der Rat der Stadt mit den Stimmen von SPD, Grünen, Linken und Piraten am Freitag das Kunstquartier (Kuqua) auf den Weg gebracht. Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck wertete das Kunstquartier als „historische Chance“.

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Auf dem Grundstück Düstere Straße 7 soll das dreistöckige Ausstellungsgebäude des Kunstquartiers Göttingen entstehen.

Quelle: Vetter

Göttingen. Das Quartier werde Göttingen auf dem Gebiet der bildenden Kunst auf internationales Niveau katapultieren. Fünf Millionen Euro Investitionskosten sind für das Projekt zwischen Düsterer und Nikolaistraße veranschlagt, davon fördert der Bund 4,5 Millionen, 500 000 Euro trägt die Stadt.

SPD-Fraktionsvorsitzender Frank Peter Arndt ist sich sicher: „Das Quartier wird ein Magnet.“ Er würdigte das Engagement des Verlegers Gerhard Steidl, der das Konzept liefere, Basisarbeit leiste, in das Viertel investiere und Kultur in die Stadt bringe. „Andere Städte hätten ihn längst zum Ehrenbürger ernannt. Hier wird immer nur kritisiert“, sagte Arndt.

Er wolle die anfallenden laufenden Kosten für das Quartier nicht kleinreden, gleichzeitig forderte Arndt, dass sich das Land Niedersachsen „in irgendeiner Form“ ab 2018 am Kunstquartier beteiligt.

Für Horst Roth (Grüne) liegt der Schwerpunkt des Quartiers weniger auf der Bildenden Kunst, sondern auf der Stadtentwicklung. In einem Sanierungsgebiet werde so eine Baulücke geschlossen. Das Quartier werde aufgewertet.
Die CDU überzeugt das alles nicht: „Wir sagen nein zu diesem Abenteuer“, sagte Wilhelm Gerhardy (CDU). Die Bedeutung des Kuqua werde viel zu hoch gehängt.

Kulturszene und Stadt profitieren

Viel zu schlecht recherchiert seien für ihn die zu erwartenden jährlichen Betriebskosten. Diese schätzt die Verwaltung auf 360 000 Euro jährlich. Darüber hat der Rat am Freitag noch keinen Beschluss gefasst. In den laufenden Haushaltsverhandlungen soll nun entschieden werden, wie der städtische Anteil in Höhe von 180 000 Euro an den Betriebskosten gedeckt werden kann.

Schlapeit-Beck schlägt vor, 2017 und 2018 für die Vorbereitung des Kuqua 80 000 Euro beim städtischen Museum einzusparen. Ab 2018 seien folgende Einsparungen vorgesehen: Stadtarchiv 25 000 Euro von 597 300 Euro Gesamtkosten, städtisches Museum 105 000 Euro von 980 000 Euro Gesamtkosten und die kompletten 50 000 Euro für Personalkosten für Ausstellungen im Alten Rathaus.

Schlapeit-Beck nannte die mehr als zehnprozentige Kürzung beim städtischen Museum „schmerzlich“, aber nicht „existenzbedrohend“. Sie erneuerte ihr Versprechen, dass freie Kultureinrichtungen nicht von Mittelkürzungen betroffen sein werden.

„Hinter die Aussage, dass es keine Kürzungen bei der Sozikultur geben wird, können wir nicht mehr zurück“, sagte Patrick Humke, Fraktionsvorsitzender der Linken. Er warnte, dass das Kunstquartier nicht zum „closed shop“ eines Mäzens wird. Humke glaubt, dass durch das Kunstquartier die Kulturszene und die ganze Stadt profitieren.

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