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Jäger aus Hann. Münden verliert seine Waffenbesitzkarte

Gericht bestätigt Behörde Jäger aus Hann. Münden verliert seine Waffenbesitzkarte

Es war ein Zufallsfund: Der alte Karabiner lag zwischen Kisten auf dem Dachboden der Scheune. Der Verschluss fehlte. Die Waffe war funktionsuntüchtig. Dennoch hat es einen Jäger aus Münden die Waffenbesitzkarte gekostet, das alte Gewehr einfach rumliegen zu lassen, statt es ordnungsgemäß anzumelden und in einen Waffenschrank zu sperren.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Hann. Münden. Das Verwaltungsgericht hat die Entscheidung der Stadt Hann. Münden als Waffenbehörde bestätigt. Der Jäger mus nun alle Waffen abgeben.

Hintergrund war 2013 der Verdacht, der Mann habe eine illegale, nicht unbrauchbar gemachte Waffe erworben. Es kam zu einer Durchsuchung seines Hauses. Die gesuchte Waffe wurde aber nicht gefunden, das Verfahren später eingestellt.
Allerdings gab es einen Zufallsfund. Auf dem Boden der Scheune lag ein altes Repetiergewehr – unbrauchbar, weil ohne Verschluss. Es wurde sichergestellt. Auch dieses Ermittlungsverfahren stellte die Staatsanwaltschaft später ein. Dennoch reichte der Zufallsfund der Behörde, die schon vor 20 Jahren ausgestellte Waffenbesitzkarte, auf der vier Waffen eingetragen sind, zu widerrufen.

Die Klage dagegen blieb ohne Erfolg. Das Verwaltungsgericht geht in seinem Urteil (AZ: 1 A 109/14) davon aus, dass dem Jäger bekannt war, dass die dekorative, aber unbrauchbare Waffe offen sichtbar auf dem Boden lag. Andernfalls hätte er sich bei deren Auffinden erstaunt zeigen müssen. Er soll aber, so Zeugen, nur gesagt haben, die Waffe könne vom Vorbesitzer des Hauses stammen und er habe sie restaurieren und später anmelden wollen. Nach Waffengesetz (Paragraf 36) muss aber jede erlaubnispflichtige Schusswaffe, und seien es auch nur wesentliche Teile davon, sicher in einem Waffenscharank eingeschlossen sein. Dass er das nicht tat reicht, um seine Unzuverlässigkeit zu belegen und ihm den Waffenschein abzunehmen.

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