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Jäger gegen Jagdzeitverlängerung

Forstverein begrüßt neue Regelung Jäger gegen Jagdzeitverlängerung

Die Jagdsaison in der Region beginnt demnächst.  Jäger in Niedersachsen dürfen in diesem Jahr erstmals drei Monate länger – bis in den Januar hinein – Rehböcke erlegen. So sieht es die neue Jagdzeitenverordnung vor.

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Rehbock im Feld: Die Jagdzeit für diese Tiere ist bis in den Januar hinein ausgeweitet worden, die Göttinger Jäger kritisieren das.

Quelle: dpa

Göttingen. Nur: das wollen die Göttinger Jäger gar nicht. „Ich halte das für ein fachlich Fehlentscheidung, fünf Monate reichen aus“, sagt Ernst-Friedrich Wille, stellvertretender Kreisjägermeister.

„Die neue Regelung wird auf jeden Fall das Gesprächsthema bei den bald beginnenden Gesellschaftsjagden sein“, so Wille. Für die Jäger in Südniedersachsen ist vor allem die Veränderung der Zeiten für die Rehwildjagd relevant. Umstritten sind auch die Zeiten für Rotwild, das im Landkreis kaum vorkommt und für Gänse – ein eher norddeutsches Streitthema.

Wille ist auf jeden Fall der Meinung, dass eine Verlängerung der Rehbockjagd nicht nötig ist. „Wir erfüllen unseren Abschuss auch so“, sagt er. Einen „Freibrief“ durch die Verlängerung lehne die Göttinger Jägerschaft ab. Denn: Ricken und Kitze dürfen und durften vom 1. September bist zum 31. Januar gejagt werden. Der Abschuss von Böcken, die auch wegen der Trophäe begehrt sind, war vom 1. Mai bis 15. Oktober legal, nun dürfen sie bis 15. Januar erlegt werden. „Das hat Wirbel ausgelöst“, sagt Wille. Seiner Meinung nach sei das wildbiologisch nicht nötig. Für diese Änderung gebe es „keine Gründe“.

Das sieht Mark von Busse anders. Der Vorsitzende des Nordwestdeutschen Forstvereins begrüßt die Verlängerung der Jagdzeit auf Rehböcke. „Für die Bekämpfung von Verbissschäden an Bäumen ist eine effiziente Jagd nötig“, sagt der Groß Schneer. Die aktuelle bundesweite Waldinventur weise aus, dass in jungen Baumbeständen „nicht angepasste Jagd“ zu einer Artenverarmung führe.

„Eher egal“

Seiner Meinung nach werde dagegen noch nicht genug getan. Von Busse kritisiert vor allem den Beginn der Rotwildjagd ab 1. September, ab 1 August wäre sie wesentlich effizienter für den Erhalt von jungen Bäumen. Von Busse ist selbst Jäger. Aber: „Ich denke auch an den Wald“, sagt er. Unumstritten sind hingegen viele andere in der neuen Verordnung festgelegten Jagdzeiten. Für Hase und Dachs sind sie moderat verkürzt worden, laut Wille sei das den Göttinger Jägern „eher egal“.

Kritik auf Landesebene hatten auch die Naturschutzverbände geübt. Der BUND kritisierte, dass die Novelle keine Verbesserung für Vögel bedeute und weiterhin Arten gejagt werden dürften, die in ihrem Bestand gefährdet seien.

Unverändert bleiben die Regeln für die Wildschweinjagd. „Die Population in Südniedersachsen wird immer größer“, sagt Wille. Er geht davon aus, dass Schwarzwild in der Region auch in diesem Jahr wieder „intensiv“ bejagt werden muss. Die Buchen- und Eichelmast sei gut, noch sei aber nicht ersichtlich, wie viele Schweine sich im Wald tummeln. Erst wenn die Maisfelder komplett abgeerntet sind, beginnt die Jagd. Eine große Drückjagd in den Gemeinden Gleichen und Friedland ist bereits geplant: Am 7. November, zwei Tage nach Beginn der Saison am Hubertustag geht es dort los.

Jagdzeiten

Seit 1. Oktober gilt die  neue Jagdzeitenverordnung. Schalenwild (Hirsche und Wildschweine) darf wie bisher bis zum 31. Januar bejagt werden. Für Rehwild wurde der Jagdbeginn vom 1. September auf den 1. August vorgezogen.

Bei den Rehböcken wurde die Jagdzeit verlängert. Bei Hasen, Dachsen und Blässhühnern gibt es Verkürzungen. Die Jagd auf Wildgänse in Vogelschutzgebieten wird beschränkt. Bläss- und Saatgans haben ganzjährige Schonzeit.

dpa

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