Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Jägerschaft Göttingen: In der Dämmerung erkennbar machen

Wo gejagt wird, kann ein Schuss fallen Jägerschaft Göttingen: In der Dämmerung erkennbar machen

Wenn wenigstens das Schutzblech geklappert hätte. Doch der Jäger ahnt nicht, dass sich hinter ihm ein Radfahrer ohne Licht nähert, während vor ihm die Sau aus dem Dickicht tritt. Dann fällt der Schuss; das Wildschwein fällt getroffen um, die erscheckte Radlerin fällt samt Zweirad in den Graben.

Voriger Artikel
Massenhaft Beschädigungen mit Farbe in Rosdorf
Nächster Artikel
7000 Euro für medizinischen Dienst der Straßensozialarbeit Göttingen

Auch am Wald besser mit Licht: Paula Wilke (vorn) und Caroline Heimrich radeln nur fürs Foto ohne.

Quelle: Helller

Reyershausen. Szenen wie diese sind es, die Revierpächter und Jäger Lothar Hans beunruhigen. Nicht, dass er Sorge hat, er oder einer seiner Kollegen könnten einen Radfahrer treffen.

Dazu sei viel zu verbindlich, dass Jäger nur schießen dürfen, wenn das Ziel ohne jeden Zweifel ausgemacht ist. Dass aber der Büchsenknall einen unbemerkt in der Nähe befindlichen Fußgänger, Radfahrer oder gar Reiter erschrecken könnte, Pferde womöglich scheuen, Hunde durchgehen könnten oder Radfahrer die Gewalt über ihre Fahrzeuge verlieren, sei kaum zu vermeiden – wenn nicht die Nicht-Jäger selbst für ihre Sicherheit mitsorgen.

So sieht es auch Kreisjägermeister Alfred Ballhausen. Gerade in den Wintermonaten bis Ende Januar, wenn traditionell viel gejagt wird – so wie wieder an diesem Wochenende im ganzen Landkreis – , gebe es das Problem. Speziell da, wo Rad- und Reitwege nahe der Wälder entlang führen oder wo in der Nähe von Dörfern Hundehalter in der Dämmerung Gassi gehen.

Natürlich seien es Ausnahmefälle, dass Menschen durch Schüsse erschreckt werden. Aber wer in Dunkelheit oder Dämmerung geht, radelt oder reitet, wo auch gejagt wird, müsse eben auch mit einem Knall rechnen. „Der Jäger tut ja nichts Unrechtes.“

„Der Jäger tut ja nichts Unrechtes“

Ballhausen verweist auf die jetzt überall stattfindenden Treib- oder Drückjagden. Dann warnen Schilder an den Wegen vor dem Jagdbetrieb. Beim Ansitzen aber könne der einzelne Jäger nicht alle Wege mit Warnungen versehen.

Ein solches Problem hat Lothar Hans. Seit zwei Jahren führt ein viel befahrener Radweg von Reyhershausen mitten durch sein Revier und am Wald und Hochsitzen vorbei nach Eddigehausen. Gern führen Radfahrer hier ohne Licht; Reiter seien noch bei Dunkelheit unterwegs; Halter führten in der Dämmerung Hunde. Für den sich aufs Wild konzentrierenden Jäger seien diese selten rechtzeitig wahrnehmbar.

Die Jägerschaft Göttingen empfiehlt deshalb Radfahrern, auch dann nicht ohne Licht zu fahren, wenn sie allein untewegs sind. Fußgänger und Reiter sollten Warnwesten, Hunde Leuchthalsbänder tragen. Und jeder solle gefasst sein: Es könne beim Jagen ein Schuss fallen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis