Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Jakobuspilger geben beim Bier Tipps für die Fahrt

Pilgerfahrten Jakobuspilger geben beim Bier Tipps für die Fahrt

Immer mehr Menschen wollen auf dem Jakobsweg pilgern. Aber worauf müssen sie achten? Beratung bietet im Kleinen Ratskeller hinter der Jacobikirche der Verein Jakobus-Pilgergemeinschaft Göttingen.

Voriger Artikel
Schimmel in der Wohnung: Mutter mit krankem Kind zieht aus
Nächster Artikel
Einbruch in Kindergarten

Stammtisch der Jakobuspilger: Nur die »Weichgespülten« buchen ihre Fahrt pauschal.

Bei einem Reiseveranstalter ein Pauschalangebot für eine Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela zu buchen, ist nichts für Christina Galambosi von der Jakobus-Pilgergemeinschaft Göttingen. „Das machen doch nur die Weichgespülten“, erklärt sie lachend. Der von ihr im Februar 2008 mitgegründete Verein ermuntert Interessierte, auf eigene Faust loszuziehen. 

„Individualreisende können schon von Deutschland aus die Unterkünfte auf der Strecke buchen“, sagt Jakobuspilger Hans Romoth. Er rät aber davon ab. „Sie setzen sich damit unter Zeitdruck“, warnt er bei einem Glas Bier. Sein Tipp: „Entwickeln Sie Gottvertrauen.“ Ein Bett finde sich am Ende des Tages immer. 

Romoth startete seine Pilgerfahrt in Le Puy-en-Velay, einem der Startpunkte des Jakobswegs in Frankreich. Dort unterhalten die Kommunen alle paar Kilometer Unterkünfte für Pilger. Auch die Kirche bietet Schlafgelegenheiten in Klöstern und Priesterseminaren. Wenn alles belegt ist, quartieren Wirtsleute die Wanderer auch in Gartenhäuschen oder Campingwagen ein. Pilgerin Ingeborg Wolf musste in Spanien einmal mit zwei anderen Frauen ein Taxi ins nächste Dorf nehmen, um noch ein freies Bett zu finden.

Kein Problem stellt die Verpflegung dar. Überall auf der Strecke werden günstige Pilgermenüs angeboten. „Es gibt immer Pommes dazu“, hat Pilgerin Wolf beobachtet. Abgenommen habe sie daher auf ihrer sechswöchigen Tour nicht. „Oft wird einem abends eine Flasche Wein mit auf den Tisch gestellt“, verrät Romoth. Der erfahrene Pilger trinke jedoch selten mehr als zwei Gläser. Sonst leide die Kondition am nächsten Tag.  

„Man muss kein Sportler sein, um mitzuhalten“, stellt Wolf klar. Die Rentnerin hat sich für ihre 600 Kilometer lange Strecke Zeit gelassen. Wenn die Sonne zu stark schien, der Wind auf der Hochebene pfiff oder die Steigung groß war, beendete sie ihre Tagesetappe früher. „Wichtig ist, sich beim Gepäck einzuschränken“, betont Wolf. Sie habe nur eine Garnitur Wäsche zum Wechseln dabei gehabt. Wenn die Sachen in der Unterkunft nicht trocken würden, hänge man sie tagsüber an den Rucksack. 

Alle Pilger schwärmen von den vielen Bekanntschaften, die sie unterwegs schlossen. Menschen aus aller Welt und unterschiedlicher Glaubensbekenntnisse sind auf dem Jakobsweg unterwegs. Europäer und Asiaten, Nord- und Südamerikaner begegnen sich dort. 1972, als Catherine Holzhausen den Weg mit einer Freundin das erste Mal ging – sie hatte im Geschichtsunterricht davon erfahren–, war das noch anders. Die damals 23-Jährige wurde selbst von Priestern wie ein Relikt aus dem Mittelalter bestaunt.

Kontakt und Infos per E-Mail an jakobus-pilgergemeinschaft-goettingen@gmx.de.

                                                                                                              Michael Caspar

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen
Bilder der Woche vom 14. bis 20. Oktober 2017