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„Jeder Maler hat seine Handschrift“

Finissage am Sonntag „Jeder Maler hat seine Handschrift“

In ein Atelier haben Künstler aus Nörten-Hardenberg und Bondoufle das Nörtener Jugendzentrum für drei Tage verwandelt. Die Ergebnisse des Workshops sind mit rund 50 Werken aus den Partnergemeinden bei der Finissage der gemeinsamen Ausstellung im evangelischen Gemeindehaus zu sehen.

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Malt das alte Pfarrhaus in Nörten in Acryl: Heidi Sack aus dem französischen Bondoufle.

Quelle: Hinzmann

Heidi Sack hat sich das alte Pfarrhaus und den Stiftsplatz aus Nörten vorgenommen. Bisher hat sie viel in Öl gemalt, nun ist sie auf Acryl umgestiegen. Aus gesundheitlichen Gründen, erklärt sie. Neben ihr liegt das Bild einer Sonnenblume. Deutlich ist die große Blüte schon zu erkennen, obwohl die Blütenblätter noch fehlen. Eigentlich sei sie Fachwerkmalerin, sagt die Frau aus Bühle und zeigt einen Ordner mit Fotografien ihrer Bilder: Fachwerkimpressionen aus Nörten und aus ihrem Heimatdorf Bühle.

„In den Häusern wohne ich“, beschreibt sie. Von jedem Haus, das sie in den Fokus stelle, könne sie eine Geschichte erzählen. So auch vom alten Nörtener Pfarrhaus, der „Luki Bude“, in der der Kaplan Ludwig Keseling von 1874 bis 1886 wohnte. Rudolf Damme aus Nörten hat das Schild hergestellt, das zur Erklärung an dem Haus angebracht wurde. Der 79-jährige Nörtener malt seit mehr als 50 Jahren. Zu Anfang habe er Volkshochschulkurse besucht, um die Grundlagen der Malerei zu erlernen. Inzwischen scheint das Malen einer Rose für ihn kaum mehr als eine Fingerübung. So gestaltet er an diesem Vormittag Karten mit detailreichen Blüten aus dem Garten. Mittlerweile male er hauptsächlich Aquarelle, sagt er und zeigt seine freien Landschaftsbilder. Der Vorteil: Dafür brauche es kaum Vorbereitung.

Realistische Malerei in Öl ist die Spezialität von Marianne Poupenez aus Bondoufle. Doch heute hat sie Neues ausprobiert. Wild und emotionsgeladen ist das Ergebnis, das beim Betrachter Erinnerungen an einen Strandspaziergang an der Nordsee wecken könnte. Eher in Poupenez’ Linie passen die zwei Jungen, die in einen Apfel beißen. Die Vorlage hat sie auf einer Zeitschrift im Nörtener Jugendzentrum gefunden.

Heute hat die Französin Heidi Sacks Motiv vom alten Pfarrhaus aufgegriffen. Obwohl sie nach derselben Vorlage malt, hat ihr Bild eine andere Gewichtung. Dominanter als bei der Malerin aus Bühle wirkt bei der Bondouflerin das Pfarrhaus. „Jeder hat seine eigene Handschrift“, erklärt sie.
In dem Workshop gehe es vor allem darum, Neues auszuprobieren, sagt Klara Fiedler aus Angerstein, die nun im zweiten Jahr als Leiterin auftritt. Auch sie hat ein wenig experimentiert und eine Winterlandschaft festgehalten. Eine Wiese oder ein See mit Bäumen. Am gemalten Zaun können sich die Betrachter ihren Weg in die weiße Landschaft suchen.

Die Ausstellung mit 32 Bildern und weiteren Werken von zehn Künstlern aus Bondoufle sowie 18 Bildern von sechs Nörtener Malern ist am Wochenende von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr im evangelischen Gemeindehaus zu sehen. Die Finissage mit zusätzlichen Bildern aus dem Workshop ist dort am Sonntag, 24. Oktober, um 17 Uhr vorgesehen.

Von Ute Lawrenz

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