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Jeder dritte Verunglückte ein Radfahrer

Unfallstatistik Jeder dritte Verunglückte ein Radfahrer

Die Stadt liegt im Trend. Überall in Bund und Land sind 2015 die Unfallzahlen gestiegen - in Stadt und Landkreis um 5,4 Prozent. Besorgnis bei der Polizei erregt weiter der hohe Anteil verletzter Radfahrer im Stadtgebiet. Jeder dritte Verunglückte ist ein Radler. Die Sorge: Der Anteil könnte noch steigen.

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Jeder dritte Unfallbeteiligte ist ein Radfahrer.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Denn die Ordnungshüter sehen die Zusammenführung verschiedener Verkehrsarten auf dieselbe Verkehrsfläche äußest kritisch. Die Politik setze darauf, so Inspektionsleiter Thomas Rath, dass die Vermischung - also Fußgänger-, Rad- und Autoverkehr auf gemeinsamen Verkehrsflächen - zu mehr gegenseitiger Rücksichtnahme führen müsse.

Getrennte Verkehrsführungen wären Polizei lieber

Der Polizei wäre es lieber, wenn getrennte Verkehrsführung "die Kollisionsmöglichkeiten vermindern" würde. Der Ausbau des Radschnellweges, Rückbau von Fahrradwegen - das sei, so Rath, "jetzt Philosophie". Aber auch Rainer Nolte, Leiter Einsatz, sagte bei der Vorstellung der Unfallstatistik: "Wir sehen das anders."

Folglich bleiben die Kontrolle des Radverkehrs, besonders Alkoholkontrollen bei Zweiradfahrern, Aufklärung über die Gefahren des Radfahrens und auch der E-Bikes, einer der Schwerpunkte der Prävention für das laufende Jahr. Die Überwachung der Einhaltung des Handyverbots - einschließlich Chatverkehr - und Geschwindigkeitskontrollen sind weitere Schwerpunkte.

Konkret in Zahlen ergibt sich für 2015 folgende Unfallstatistik: 7209 Unfälle (Vorjahr 6842) gab es 2015 im Inspektionsgebiet (ohne Autobahn). 15 Menschen wurden im Kreisgebiet einschließlich der Autobahn getötet. Im Vorjahr waren es nur elf. 1046 Unfälle mit einem oder mehreren Verletzten wurden gezählt (Vorjahr 987). Von den 738 Unfällen mit Personenschaden allein im Göttinger Stadtgebiet traf es 248 Mal (34 Prozent) einen Radfahrer.

Ablenkungen nehmen zu

Doch Statistiker wie Torsten Moschkau, Leiter Sachgebiet Verkehr, sieht auch Gründe, warum 2015 die Unfallzahlen stiegen: Der fehlende Winter in den ersten drei Monaten etwa. Außerdem viele schwere Unfälle im milden Dezember. Liegt Schnee, wird vorsichtiger gefahren. Die Motorradsaison startete 2015 viel früher. Auch der Zuwachs an Verkehr insgesamt könnte Grund für mehr Unfälle sein. Die Zunahme von Handys und ablenkendem Chatverkehr in den sozialen Medien dürfte die Sicherheit zudem negativ beeinflussen.

Und auch, dass die Gesellschaft älter wird und trotzdem mobil bleibt. Bei den Senioren stieg der Anteil von 122 auf 146 Verunglückte von 2014 auf 2015. Polizeichef Rath hält es deshalb trotz Respekts vor der Verkehrserfahrung Älterer durchaus für angemessen, spätesens ab 80 Jahren regelmäßige Fahrtüchtigkeitskontrollen einzuführen.

Aber es gab 2015 auch einen Lichtblick: Die Zahl verunglückter Kinder sank im Kreisgebiet von 83 auf 75. Und kein einziges Kind wurde 2015 im Verkehr getötet.

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